KOLLER VIEW 1/25

pre view. 02 11 5 Täuschend echt gestaltet Zwei Fayence-Deckelterrinen in Form von hypernatura- listisch geformten Enten stammen aus Strassburg, der unbestrittenen Hochburg dieses grossartigen Kunst- handwerks. Seit dem Rokoko liessen sich die Wohl- habenden kulinarische Spezialitäten wie Ente oder Wildschwein in passenden Tierterrinen servieren. Da- neben schmückten oft üppige Schaugerichte die Tafel – täuschend echtes Gemüse, Fisch oder Geflügel aus Keramik. Die beiden Enten stammen aus der Schaffens- periode von Paul Anton Hannong, um 1745 bis 1754, die Modelle dafür fertigte Johann Wilhelm Lanz zwischen 1748 bis 1754. Zwei Fayence-Ententerrinen. Strassburg, um 1745–54. Periode Paul Anton Hannong, Modell von Johann Wilhelm Lanz. Je 28 × 37 cm. Schätzung: CHF 40 000/60 000 6 Typisch französisch Diese Kommode «à portes» aus der Mitte des 18. Jahr- hunderts stammt aus der ehemaligen Kunst- und Mö- belsammlung des Barons Basile de Schlichting, eines gebürtigen Russen, der sich in Paris niederliess und vie- le seiner Schätze dem Louvre vermachte. Das opulent verzierte Möbel trägt die Signatur von Claude-Charles Saunier und gehört zu dessen frühen Werken. Für das Furnier wurden Rosenholz, Amaranth und Buchsbaum verwendet. Die auffälligen Bronzemonturen, die Jean- Claude-Thomas Duplessis zugeschrieben werden, wir- ken pompös, dennoch ist die Kommode keineswegs überladen. Claude-Charles Saunier. Kommode « à portes » Louis XV. Paris, um 1750/60. 139 × 59 × 100 cm. Schätzung: CHF 40 000/70 000 4 Amor thront über Chronos Eine Skizze imMusée des Arts décoratifs in Paris belegt die Urheberschaft von André-Charles Boulle für diese Kaminuhr, die als eine seiner bekanntesten gilt. Die Bronzefiguren des Amorknaben und des am Boden lie- genden Chronos stammen von François Girardon, das Werk von Paul Gudin. Dieses Kaminuhrmodell befindet sich leicht variiert in bedeutenden Museen. Charakte- ristisch für unseres sind die geschwungenen Akanthus- blätter neben dem Zifferblatt, das über dem Sockel dra- pierte Tuch sowie die markanten Pilasterfüsse. Diese Details ähneln dem Exemplar im Getty Museum Los Angeles. Boulle-Pendule «à tête de poupée». Paris, um 1720–25. Entwurf nach André-Charles Boulle. Signiert von Jérôme Martinot. 97 × 48 × 25,5 cm. Schätzung: CHF 35 000/60 000 4 5 6

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