KOLLER VIEW 1/25

pre view. 02 3 Zeitlose Schönheit Vorschau auf die Auktion Decorative Arts vom27. März 2025 1 Grosses Kykladenidol. Frü hkykladisch, Spedos-Typ, ca. 2 500–2 4 00 v. Chr. Dem Goulandris-Meister zuges chrieben. H 42,6 cm. Schweizer Privatsammlu ng, seit 1977. Schätzung: CHF 350 000/ 600 000 Für weitere Informationen Decorative Arts Stephan Koller skoller@kollerauktionen.ch Online-Kataloge www.kollerauktionen.ch Die Marmoridole der kykladischen Kulturen gehören zu den erstaunlichs- ten und geheimnisvollsten Artefakten der Jungsteinzeit und frühen Bron- zezeit. Die Figuren sind nach ihrem Fundort, den griechischen Kykladen, benannt, weshalb sich der Name «Kykladenidol» eingebürgert hat. Die ältesten Figuren stammen aus der Zeit um 5000 v. Chr., der künstlerische Höhepunkt wird um 2500 v. Chr. erreicht. In dieser Zeit bildet sich die ty- pische Grundform heraus, wie sie unser Exemplar beispielhaft zeigt. Die renommierte Kykladenforscherin Patricia Getz-Preziosi schreibt das Idol unserer Auktion dem Goulandris-Meister zu, «einem der besten Skulpteu- re seiner Zeit». Die Idole dieses Bildhauers sind unterschiedlich gross, das kleinste misst 16,5 cm, das grösste 98 cm. Die überwiegend weiblichen Idole repräsentieren höchstwahrscheinlich Fruchtbarkeitsgöttinnen. Die kykladischen Skulpturen wurden im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Ihre abstrakte Form, ihre Reduktion und Einfachheit strahlen eine zeitlose Schönheit aus. Bald fanden sie Eingang in die Sammlungen der grossen europäischen Museen wie dem Louvre in Paris und dem British Museum in London. Dort bildeten sie eine neue Inspirationsquelle für die Künstler der Moderne. So lassen sich Einflüsse der Kykladenkunst in den Skulptu- ren von Künstlern wie Pablo Picasso, Constantin Brancusi, Amedeo Modi- gliani, Alberto Giacometti oder Henry Moore erkennen.

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