KOLLER VIEW 1/25
pre view. 02 5 2 3 Pracht und Vergänglichkeit Vorschau auf die Auktion Gemälde Alter Meister vom28. März 2025 Ein bislang unbekanntes Blumenstillleben von Ambro- sius Bosschaert d. Ä. kommt Ende März in unserer Alt- meister-Auktion zum Ausruf (Abb. 1). Ein Schmetterling und zwei Schneckenhäuser beleben die Komposition des opulenten Blumenstrausses. Die vielen verschie- denen Blüten, gekrönt von einer sibirischen Schwert- lilie, sind so angeordnet, dass sie sich kaumüberlappen, was ihre Einzigartigkeit unterstreicht. Nicht nur die Blumen, sondern auch die Steinnische dahinter ist erstaunlich plas- tisch dargestellt. Bosschaert etablierte sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts als erster Spezialist auf dem Gebiet der Blu- menstillleben. Die damals erwachende Begeisterung vieler Hobbybotaniker für seltene Pflanzen, die sie in ihren Gärten kultivierten, dürfte die Nachfrage nach Blumenstillleben als eigenständige Gat- tung in der Malerei erheblich gefördert haben. Eine Wiederentdeckung ist auch das Stillleben von Pieter Claesz. aus einer belgischen Privatsammlung (Abb. 3). Es zeigt ein typisches monochromes Gemäl- de des Haarlemer Malers. Das Bild aus dem Spätwerk zeigt eine kleine Mahlzeit, bestehend aus Fisch, einem Laib Brot und drei Zwiebeln. Speisen und Getränke sind auf einem Tisch arrangiert, neben einem bauchigen Für weitere Informationen Gemälde Alter Meister Karoline Weser weser@kollerauktionen.ch Online-Kataloge www.kollerauktionen.ch 1 Ambrosius Bosschaert d. Ä. (1573–1621). Blumenstrauss in einem Römerglas. Um 1620. Öl auf Kupfer. 26,3 × 17,1 cm. Schätzung: CHF 250 000/350 000 2 Clara Peeters (um 1587–nach 1636). Stillleben mit Fischen, Garnelen und Austern. Öl auf Holz. 31,2 × 47 cm. Schätzung: CHF 70 000/100 000 3 Pieter Claesz (um 1597–um 1660). Stillleben mit Heringen, Brötchen, Bierglas, weingefülltem Römer und bauchigem Bartmannkrug. Öl auf Holz. 40 × 55,4 cm. Schätzung: CHF 40 000/60 000 Bartmannkrug sind ein Messer und ein kleiner Teller dargestellt. Meisterhaft ist das Spiel des Lichts auf den Oberflächen: Im gläsernen Römer leuchtet die gold- gelbe Farbe des Weins und in der Steinzeugglasur des umgekippten Bartmannkrugs spiegelt sich schemen- haft der umgebende Raum. Dem bedeutenden Falkenbild aus unserer September- Auktion folgt nun ein weiteres Stillleben der höchst be- gabten flämischen Künstlerin Clara Peeters (Abb. 2). Die dargestellten Fische und Krustentiere, im Vordergrund ein Karpfen und ein Hecht, stammen aus den regio- nalen Gewässern der südlichen Niederlande, Peeters konnte lebende Exemplare auf den Märkten studieren. Die Spiegelungen auf dem Metallsieb zeigen Peeters Vorliebe für Lichtreflexe und die Darstellung verschie- dener Materialien. Das vorliegende Gemälde stammt vermutlich aus der Zeit um 1611 und gehört damit zu den frühesten bekannten Fischstillleben.
RkJQdWJsaXNoZXIy MTU2