KOLLER VIEW 2/23

13 FÜR WEITERE INFORMATIONEN IMPRESSIONISMUS & MODERNE Jara Koller jara.koller@kollerauktionen.ch ONLINE-KATALOGE www.kollerauktionen.ch 4 5 Vorschau auf die Auktion Moderne Kunst vom 23. Juni 2023 Aus einer Schweizer Privatsammlung kommen ver- schiedene Werke aus der Zeit des frühen 20. Jahr- hunderts zum Aufruf. Eine bedeutende Werkgruppe innerhalb dieser Kollektion sind Aquarelle des Expres- sionisten Emil Nolde aus den Jahren 1920 bis 1946. Der Künstler nutzte diese Technik zeitlebens, um die Landschaften und Menschen seiner norddeutschen Heimat darzustellen. Seine Landschaftsaquarelle zeigen oft dramatische, in dunkle, kräftig konturier- te Flächen getauchte Himmel und eine expressive Farbigkeit, welche die Wildheit der Natur betont und verstärkt. Die fliessenden Übergänge und durch- scheinenden Oberflächen der Wasserfarbenmalerei Der Aquarellist Emil Nolde ermöglichten es demKünstler, subtile Schattierungen und Farbverläufe zu erzeugen, die seinen Bildern Tiefe und Komplexität verleihen. Noldes Meerbilder (Abb. 4 und 6), deren Darstellungen sich mitunter in abstrakte Formen und Flächen aufzulösen scheinen, spiegeln seine Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit. Sie vermitteln ein Gefühl von Weite, Bewegung und Vitalität und drücken seine tiefe emotionale Verbun- denheit mit der Natur aus. Nicht zuletzt erzählen vor allem diese Seestücke von transzendentalen Erfah- rungen, was sie für viele Betrachter zeitlos macht. Mit seiner impulsiven Art des Malens unter freiemHimmel schuf Emil Nolde Werke, die einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts leisteten. Der ‹Brücke›-Künstler Erich Heckel steuert unter anderem «Gelbe Sonne» von 1917 zur Auktion bei (Abb. 1). Das Motiv gibt, wie bei Nolde, ein Naturerlebnis wieder. Dabei löst sich auch Heckel von konventionellen Darstellungen, öffnet sich der Abstraktion und gibt den Farbflächen einen eigenen Wert. Bei Nolde wie bei Heckel steht das unmittelbare und subjektive Naturerlebnis im Mittelpunkt: Die Künstler suchten nicht nur nach neuer Kunst, sondern zugleich nach neuen Lebensformen. ©Nolde St iftung Seebüll 6 ©Nolde Stiftung Seebüll ©Nolde Stiftung Seebüll

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