KOLLER VIEW 2/24
pre view. 02 15 In unserer Juni-Auktion kommt eine Auswahl von Wer- ken Le Corbusiers zum Aufruf: mehrere kleinere Arbei- ten auf Papier (z.B. Abb. 1), eine grosse Papierarbeit (Abb. 2), zwei Ölgemälde und eine attraktive Emailplat- te mit einem mythologischen Sujet (Abb. 4). Le Corbusiers Gemälde und Zeichnungen haben die Kunst der Nachkriegsjahre massgeblich beeinflusst. Seine klaren Linien und geometrischen Formen in- spirierten Künstler verschiedener Disziplinen, vom Grafikdesign bis zur Malerei und Architektur. Le Cor- busier thematisierte in seinen Arbeiten die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Er integrierte organische Formen, Farben und Themen, die auf eine Harmonie zwischen Architektur, Kunst und der natürlichen Welt hinwiesen. Ein weiterer Grund, warum Le Corbusiers 1 Le Corbusier (1887–1965). Nu féminin allongé et femme allongée au livre. Um 1936. Tusche und Gouache auf Papier. 48 × 63,3 cm. Schätzung: CHF 40 000/60 000 © F.L.C. / 2024, ProLitteris, Zurich 2 Le Corbusier (1887–1965). Deux autres dames grecques. 1959. Öl auf Holz. 22 × 27 cm. Schätzung: CHF 50 000/70 000 © F.L.C. / 2024, ProLitteris, Zurich 3 Baltasar Lobo (1910–1993). La source. 1982. Bronze. 2/8. 24 × 56 × 26 cm. Schätzung: CHF 50 000/80 000 © 2024, ProLitteris, Zurich 4 Le Corbusier (1887–1965). Minotaure. 1959. Email auf Metall. 55 × 65 cm. Schätzung: CHF 70 000/90 000 © F.L.C. / 2024, ProLitteris, Zurich Für weitere Informationen Impressionismus & Moderne Jara Koller jara.koller@kollerauktionen.ch Online-Kataloge www.kollerauktionen.ch Eveux nahe Lyon einschliessen, wo er sein «Poème de Ciment» verfasste. Le Corbusier war begeistert von dem ihm bis dahin unbekannten Autor, lud ihn nach Pa- ris ein und schenkte ihm die besagte Emailplatte. Inspiriert von den Skulpturen seines Lehrers Henri Laurens, den zeitlosen Bronzen Constantin Brancusis und den organischen Formen Hans Arps fand Baltasar Lobo zu einer eigenen Formensprache. «La source» ist exemplarisch für das Spätwerk des Spaniers (Abb. 3). Als Meister des Volumens komponiert er hier eine har- monisch geformte Figur durch sanfte Rundungen mit glatter Oberfläche. Arbeiten bis heute geschätzt werden, ist ihre kultur- übergreifende Relevanz. Die Emailarbeit (Abb. 4) stammt aus dem Jahr 1959 und wurde von Le Corbusier auf eine in Chandigarh übrig gebliebene Metallplatte gemalt. Anfang der 1950er Jahre begann der Architekt, Designer und bilden- de Künstler mit seinem Team die nordindische Stadt Chandigarh zu entwerfen. Als Masterplaner des Gross- projekts konnte er seine Ideen und Konzepte umsetzen, die auf seinen Prinzipien der «Stadt der Moderne» ba- sierten. Das Werk war ein Geschenk Le Corbusiers an Alfred Studer, der seit seiner Jugend von dessen Kunst begeistert war. Studer liess sich für drei Wochen in eine Zelle des 1953 nach Plänen von Le Corbusier erbauten Klosters Sainte-Marie de la Tourette im französischen 4
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