KOLLER VIEW 2/24

pre view. 02 17 zog. Im Falle des berühmt gewordenen Goethe-Kopfes (Abb. 2) griff er auf das Gemälde «Goethe in der römi- schen Campagna» aus der Sammlung des Frankfur- ter Städel-Museums zurück. Der Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld, der sich selbst von Warhol porträtie- ren liess, hatte den Künstler 1980 bei einem Besuch in Frankfurt auf das Gemälde aufmerksam gemacht und angeregt, das 1787 entstandene Werk von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in typischer Manier zu re- produzieren. Warhol zeigt Goethe nicht wie Tischbein als Ganzfigur, sondern entscheidet sich nur für den Kopf mit breitkrempigem Hut und macht daraus eine Art Pop-Art-Signet des Dichterfürsten. Die Variationen in verschiedenen Farbstellungen verweisen auf War- hols Begeisterung für das Massenprodukt, sein Credo lautete: «Thirty are better than one.» Der US-Amerikaner JimDine gehört zur gleichen Künst- lergeneration wie Andy Warhol. Das grossformatige Öl- gemälde «Banging the Orange» aus unserer Juni-Aukti- on entstand während seiner New Yorker Schaffenszeit (Abb. 3). Damals bewegten sich Dines Arbeiten vor allem im Bereich der Happenings und Performances; mit Claes Oldenburg und Marcus Ratcliff gründete er 1958 die Judson Galley in Greenwich Village. Während seiner langen Karriere war Dine immer Innovator; sein umfangreiches und vielfältiges Werk umfasst Gemälde, Assemblagen, Skulpturen, Zeichnungen, Drucke und zahlreiche Gedichtbände. 2 3

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