KOLLER VIEW 2/24

02 pre view. 22 Grosse Uhrmacherkunst: Der Ewige Kalender Vorschau auf die Uhrenauktion vom17. Juni 2024 Der in Armbanduhren eingebaute Ewige Kalender ge- hört zu den so genannten grossen Komplikationen und macht sie zu mechanischen Meisterwerken und Sym- bolen für technische Exzellenz und Handwerkskunst. Jeder Hersteller hat sein eigenes System entwickelt, um die unterschiedlichen Monatslängen und den in der Regel alle vier Jahre eingeschobenen Schalttag – 29. Februar – in der Anzeige zu berücksichtigen. Uhren, die mit dieser Komplikation ausgestattet sind und deren Gang nicht unterbrochen wird, benötigen bis zum Jahr 2100 keine Datumskorrektur. Das Jahr 2100 würde ein Schaltjahr sein, aber es wird keinen Schalttag geben. Durch diesen Sonderfall, der nur alle 400 Jahre auftritt, wird der Gregorianische Kalender wieder an den tat- sächlichen Sonnenlauf angepasst. Uhren mit Ewigem Kalender müssen also erst in 76 Jahren ein erstes Mal von Hand korrigiert werden. Uhren mit Ewigem Kalender gab es bereits in der ers- ten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als Pionier dieser Me- chanik gilt der britische Uhrmacher Thomas Mudge. Die erste Marke, die den technisch anspruchsvollen Service einer stets korrekten Datumsanzeige in Arm- banduhren ermöglichte, war Patek Philippe im Jahr 1925. Die erste Armbanduhr mit Ewigem Kalender und Chronograph, die von einem Uhrenhersteller in Serie produziert wurde, stammte aus demselben Hause: die Referenz 1518 von Patek Philippe. Sie kam 1941 auf den Markt und wurde bis 1954 in nur 281 Exemplaren her- gestellt. Die 1518 war eine Design-Premiere, die mit ihrem Grundlayout – Kalenderfenster bei 12 Uhr, zwei Hilfszifferblätter bei 9 und 3 Uhr und eine Mondphase mit Datum bei 6 Uhr – als Vorbild für alle ihre «Nach- fahren» diente. Die rechteckigen Drücker, die attraktive Ästhetik der fünfziger Jahre und das schöne Zifferblatt mit Tachymeterskala machen diese Uhr heute zur ers- ten Wahl für erfahrene Sammler. Als Novum auf dem Uhrenmarkt und technisches Meisterwerk erregte die Referenz 1518 schnell die Aufmerksamkeit der High Society, darunter König Farouk von Ägypten, der König von Jordanien und die von Henry Graves Jr, der wohl be- deutendste Uhrensammler des 20. Jahrhunderts. Heu- te ist die rare Referenz 1518 ein begehrter Zeitmesser, den viele Patek-Philippe-Kenner als das Kronjuwel ihrer Sammlung betrachten. Insgesamt bieten wir in unserer kommenden Uhren- auktion Armbanduhren mit Ewigem Kalender von sie- ben verschiedenen Marken an: Patek Philippe, Aude- mars Piguet, Breguet, Urban Jürgensen, IWC, Ulysse Nardin und Jaeger LeCoultre. 1 Audemars Piguet. Royal Oak, Ewiger Kalender, Gelbgold 750. Schätzung: CHF 60 000/120 000 2 F. P. Journe. Tourbillon Souverain, Roségold, 2006. Schätzung: CHF 140 000/280 000 3 A. Lange & Söhne. Tourbillon, Platin 950, ca. 2000. Schätzung: CHF 70 000/140 000 Für weitere Informationen Armband- & Taschenuhren Uwe Vischer vischer@kollerauktionen.ch Online-Kataloge www.kollerauktionen.ch 4 Patek Philippe. Chronograph mit Ewigem Kalender, Platin 950. Hergestellt ca. 1998. Schätzung: CHF 80 000/160 000 5 Patek Philippe. Chronograph mit Ewigem Kalender, Ref. 1518. Gelbgold 750. Hergestellt 1950. Schätzung: CHF 180 000/360 000 1 2 3 4

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