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14 die bis in die Gegenwart fortwirken – mehr als schöne Bilder also. Wir präsentieren beide seltenen Werke im Rahmen einer kleinen Brasilien-Sammlung, die noch weitere hochkarätige Bücher enthält, etwa von Caspar Barlaeus oder Johann Baptist Spix. Die Erstausgabe von Abraham Ortelius’ «Theatrum Orbis Terrarum» erschien 1570 und gilt als erster moderner Atlas und zugleich als Kompendium des geografischen Wissens seiner Zeit. Über Jahrzehnte hinweg erweitert, liegt er in der Ausgabe von 1612 in seiner umfangreichsten Fassung vor. Prachtvoll ko- loriert, gehört er zu den Hauptwerken europäischer Buchkunst. Vorschau auf die Auktion Bücher und Autographen vom 20. September 2023 Facettenreiches Brasilien päische Künstler als Ergebnis ihrer Brasilien-Reisen publizierten, ragen in der ersten Hälfte des 19. Jahr- hunderts zwei spektakuläre Ansichtenwerke heraus (Abb. 1 und 2). Der Franzose Jean-Baptiste Debret (1768–1848) und der Deutsche Johann Moritz Rugendas (1802–1858) prägten nachhaltig jenes Bild, das sich das euro- päische Publikum vom jungen Kaiserreich Brasilien machte. Exotische Landschaften in leuchtend ko- lorierten Veduten machten Dschungel und Strände Südamerikas in den vermögenden Schichten bekannt. WährendDebret alsMitglied der Französischen Kunst- mission (Missão Artística Francesa) ins Land kam, ver- dingte sich Rugendas zunächst als wissenschaftlicher Zeichner auf der Expedition des Naturforschers Baron Georg Heinrich von Langsdorff. Debret porträtierte die Adelsgesellschaft des Landes. Ebensoprachtvoll und doch ganz anders erscheint das Leben der indigenen Stämme bei ihren Festen, auf der Jagd und im Alltag. Als dritte Gruppe rückt vor allem Debret die schwarzen Sklaven in den Mittelpunkt; sie erscheinen dabei als kulturell eigenständige Gruppe. Die Darstellungen sind heute wertvollen Quellen für kulturelle und ethnische Entwicklungen und Konflikte, 1 J ean-Baptiste Debret (1768–1848). Voyage pittoresque et historique au Brésil, ou séjour d’un artiste français au Brésil, depuis 1816 jusqu’en 1831 inclusivement. 3 Bände. Paris, 1834–39. Schätzung: CHF 20 000/30 000 2 J ohann Moritz Rugendas (1802–1858). Voyage pittoresque dans le Brésil. 2 Bände. Paris und Mülhausen, 1835. Schätzung: CHF 20 000/30 000 3 A brahamOrtelius (1527–1598). Theatrum orbis terrarum. 3 Teile in 1 Band. Antwerpen, 1612. Schätzung: CHF 250 000/350 000 (Detail S. 16) FÜR WEITERE INFORMATIONEN BÜCHER, BUCHMALEREI & AUTOGRAPHEN Dr. Andreas Terwey terwey@kollerauktionen.ch ONLINE-KATALOGE www.kollerauktionen.ch 2 In der europäischen Wahrnehmung nimmt Brasilien bis heute als Sehnsuchtsort und Inbegriff von Exotik einen besonderen Platz ein – verbunden mit einem undeutlichen Gefühl für die Gefährdung dieses Para- dieses durch menschliches Handeln. Dieser Blick ver- dankt sich der Bilderflut der Moderne, hat aber auch historische Urheber. Unter den Büchern, die euro- 1 3
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