KOLLER VIEW 3/24
02 pre view. 14 Für weitere Informationen Porzellan Sabine Neumaier neumaier@kollerauktionen.ch Decorative Arts Stephan Koller skoller@kollerauktionen.ch Online-Kataloge www.kollerauktionen.ch 1 Frühes Meissener Porzellan aus einer Privat- sammlung am Genfersee. 2 Bedeutende Marquise. Transition, Paris um 1768–1770. Nicolas Heurtaut zugeschrieben. Nach einem Entwurf von Jean-Charles Delafosse. 124 × 78 × 106 cm. Schätzung: CHF 50 000/80 000 3 Emaillierte Skelettpendule mit Mondphase und Datum. Directoire, Paris um 1790. Signiert Gaston Joly. Schätzung: CHF 30 000/50 000 Skel ettpendulen wie die in unserer kommenden Auktion sind so konstruiert, dass ihre fein gearbeiteten Mecha- nism en und alle technischen Raffinessen möglichst gut sich tbar sind. Einige Skelettpendulen sind daher frei von deko rativen Elementen, andere, wie die hier angebote- ne, s ind mit eleganten Emailarbeiten verziert. Diese Ap- plika tionen sorgen für gestalterische Finesse, ohne zu sehr von den technischen Aspekten abzulenken. Die feinsten Emailplaketten stammen von Joseph Coteau und Etienne Gobin, genannt Dubuisson. Art und Qualität des Emaildekors der vorliegenden Pendule aus der Zeit um1790 weisen auch hier auf sie als Schöpfer hin. Eine weitere Besonderheit ist das raffiniert geformte Spiralpendel, das den Pen- delausschlag in eine Drehbewegung wandelt und den ausgeprägten technischen Charakter der Uhr verstärkt (Abb. 3). Eine jahrzehntelang gehütete Privatsammlung von Meissener Porzellan aus dem frühen 18. Jahr- hundert wurde kürzlich in einem Haus am Genfersee entdeckt. Die interessantesten Stücke der Kollektion sind frühe Chinoiserie-Dekore und Szenen der Kauf- fahrtei genannten Übersee-Handelsschifffahrt, darunter Stücke von aussergewöhnlich feiner Qualität, die heute auf dem spezialisierten Porzellanmarkt äusserst selten sind (Abb. 1). Ein rares Formstück eines «Pot-à-Oille», ehemals in der Sammlung des Baron Edmond de Roth- schild, zeigt eine Kombination von Chinoiserie und Kauf- fahrteiszenen. Ein äusserst seltener Walzenkrug aus Böttgersteinzeug, um 1710 gefertigt, war eine Auftrags- arbeit für einen Cousin Augusts des Starken. Die in Paris gefertigten Möbel des Rokoko sind Zeugnis- se einer hoch entwickelten Handwerkskunst, die sich in den Interieurs der wohlhabenden aristokratischen und bürgerlichen Schichten in ganz Europa verbreitete. Ein Beispiel dafür ist die Marquise, eine Art kleines Kana- pee, aus der Zeit um 1768/70, die Nicolas Heurtaut zu- geschrieben wird (Abb. 2). Handwerkskunst auf höchstemNiveau Vorschau auf die Auktion Decorative Arts vom19. September 2024 1 2
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