KOLLER VIEW 4/23
13 Albert Anker Diese drei Anker-Werke aus unserer November-Auktion sind exemplarische Beispiele für Albert Ankers Bildwelt, die den ländlichen Alltag festhält. Aus der empathischen Hinwendung des Künstlers zu seiner eigenen Familie, seinen Freunden und Nachbarn entstanden eindring- liche Porträts und Genrebilder. Anker berücksichtigt dabei alle Lebensstufen vom Kleinkind bis zum Greis. In der Zusammenschau dieser Darstellungen gewöhnlicher Leute entsteht ein gesellschaftliches Kaleidoskop der Schweiz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Künstlerisch auf höchstem Niveau ausgeführt und motivisch auf die dargestellten Personen fokussiert, feiern Ankers Gemälde und Zeichnungen meist in sich ruhende Menschen in ihrem idyllischen, unaufgeregten Landleben. Albert Anker (1831–1910). Alter Bauer mit Bibel. 1877. Öl auf Leinwand. 50 × 61 cm. Schätzung: CHF 400 000/700 000 Albert Anker (1831–1910). Schulknabe mit Pelzmütze in Schneelandschaft. Öl auf Leinwand. 38 × 32,5 cm. Schätzung: CHF 350 000/650 000 Albert Anker (1831–1910). Die beiden Schwestern. 1883. Öl auf Leinwand. 70 × 53 cm. Schätzung: CHF 700 000/1 200 000 Robert Zünd Die Waldbilder gehören zu den bekanntesten Motiven von Robert Zünd und zugleich sind es jene Bilder, die ihre Faszination aus dem gekonnten Changieren zwischen Realismus und Idealisierung erlangen. Im Grunde sind diese Innen ansichten des Waldes so detailgenau dargestellt, dass sie als allgemeingültig angesehen werden können. Die Akribie des Künstlers und sein Talent, das Licht zu führen, lassen diese grossformatigen Ölmalereien fotografischen Bildern ähneln. Zugleich wäre es gar nicht möglich, diesen Wald zu fotografieren, weil Zünd eine idealisierte Natur abbildet, die so gar nicht existiert oder zu verorten wäre. So überrascht es kaum, dass der Künstler nicht plein air , also vor Ort, mal- te, sondern seine Bildschöpfungen im Atelier auf die Leinwand brachte. Zünds grosse Naturverbundenheit schuf sich in grandiosen Darstellungen Platz. Gott- fried Keller, der Robert Zünd im Jahr 1882 in dessen Atelier besuchte, sah in den Waldgemälden Ansätze «zur wahren idealen Reallandschaft oder zur realen Ideallandschaft». Im Kunsthaus Zürich und im Kunstmuseum Luzern befindet sich je ein querformatiges Waldbild, unsere Fassung ist das einzige bekannte Hochformat dieses Sujets. Robert Zünd (1827–1909). Eichenwald. Öl auf Leinwand. 80 × 60 cm. Schätzung: CHF 150 000/250 000 FÜR WEITERE INFORMATIONEN SCHWEIZER KUNST Laura Koller lkoller@kollerauktionen.ch ONLINE-KATALOGE www.kollerauktionen.ch
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