Sammlung Dr. med. Sylvia Legrain Lot 1801–1932
| 41 1828 DIERIC BOUTS, Nachfolger des 16. Jh. (Haarlem um 1410–1475 Löwen) Maria mit Kind. Öl auf Holz. 29,4 × 18,5 cm. Provenienz: Auktion Stuker, Bern, 2.11.1999, Los 97 (als Dirck Bouts oder Theodorus van Haarlem zugeschrieben). Dieric Bouts war einer der Künstler der Haarlemer Schule, die be- deutende Innovationen, wie beispielsweise eine bemerkenswerte Tiefe in der Landschaft einführten. Die ist ebenfalls in unserem Gemälde eines Nachfolgers von Bouts auffallend. Die ursprüng- liche Komposition der stehenden Maria mit Kind vor einem ge- musterten Baldachin stammt von der Jungfrau des Brunnens von Jan van Eyck, welche sich heute imMusée Royal des Beaux-Arts in Antwerpen (Inv.-Nr. 411) befindet. Bouts änderte diese leicht und ersetzte beispielsweise den Rosengarten imHintergrund durch eine weite Landschaft, die sich hinter der Backsteinmauer erstreckt, wie auch in unseremGemälde. Eine weitere Versi- on dieser Komposition ebenfalls von einemNachfolger Bouts befindet sich imThyssen-Bornemisza Museum in Madrid (Inv.-Nr. 60/1933.10). CHF 8 000 / 10 000 (€ 8 330 / 10 420) 1829 THE SPANISH FORGER (tätig in den Niederlanden, Ende 19.–Anfang 20. Jahrhundert) Reisetriptychon mit demHeiligen Eustachius. Öl auf Holz. 39,7 × 22,4 cm (Zentraltafel) / 39,4 × 11,1 (Flügel). Das vorliegende Gemälde stammt von einem der berühmtesten Fälscher, dem sogenannten „Spanish Forger“, der im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine grosse Anzahl Miniaturen im mittelalterlichen Stil anfertigte. Er erhielt seinen Namen von einer Tafelmalerei, die einem spanischen Meister des 15. Jahrhunderts zugeschrieben worden war. Hier findet die nostalgische Bewun- derung für die traditionellen Formen des Handwerks und die prunkvolle Herstellung amHöhepunkt der industriellen Ära in der westlichen Welt ihren Ausdruck (siehe Mauro Natale: The Spanish Forger: un falsario ancora senza identita, in: Maria de Prevelli / Marco Grassi / Hans-Christoph von Imhoff (Hg.): Emil Bosshard Paintings Conservator (1945–2006). Essays by Friends and Col- leagues, 2009, S. 166–193). Siehe auch Lose 1869, 1930 und 1931 vom selben Künstler. CHF 7 000 / 10 000 (€ 7 290 / 10 420)
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