Sammlung Dr. med. Sylvia Legrain Lot 1801–1932
| 96 Sammlung Frau Dr. med. Sylvia Legrain 1880 JAN SANDERS VAN HEMESSEN (Hemiksem um 1500–um 1557 Antwerpen) Lucretia. Öl auf Holz. 41,2 × 33,7 cm. Provenienz: - Kunsthandel Colnaghi, London. - Privatsammlung, Schweiz. - Auktion Koller, Zürich, 18.3.2008, Los 3008. Diese hier angebotene Tafel war wohl Teil einer grösseren Kom- position mit der Darstellung von Tarquinus und Lucretia. Die Ge- samtkomposition kann im Palais des Beaux-Arts in Lille betrachtet werden (Inv.-Nr. P 838). Jan Sanders van Hemessen war einer der führendsten Maler im zweiten Viertel des 16. Jahrhunderts in Antwerpen. Er lernte unter Hendrik van Cleve zwischen 1519–20 und Jan Gossaert genannt Mabuse (um 1478–1532) hatte grossen Einfluss auf ihn, insbe- sondere in den monumentalen Figurendarstellungen und der Chiarascuro-Bearbeitung. Um 1520 reiste Hemessen nach Italien, was sein Spätwerk beeinflusste und wo er Kopien von Werken Andrea del Sartos (1486–1531) anfertigte. Die hier angebotene Lucretia zeichnet sich durch ein zartes Inkarnat und eine feine Gestaltung der Oberfläche aus, die der Darstellung einen natürlichen und lebendigen Ausdruck verleiht. Die Zuschreibung an Jan Sanders van Hemessen lässt sich durch einen Vergleich mit der „Madonna der Demut“ imNationalmu- seum Stockholm (Inv.-Nr. NM 2140) sowie mit der jungen Frau aus einer „Fröhlichen Gesellschaft“ in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe (Inv.-Nr. 152) bestätigen. Vermutlich ist unser Gemälde in den frühen 1540er Jahren entstanden. CHF 50 000 / 70 000 (€ 52 080 / 72 920)
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