Koller Rückblick 2024

2 Ferdinand- Hodler-Jahr bei Koller Unsere Auktionen für Schweizer Kunst waren 2024 geprägt von Werken Fer- dinand Hodlers. Zwei seiner seltenen späten Ansichten des Genfersees ka- men ebenso zur Versteigerung wie ein berühmtes Porträt, das Cuno Amiet von seinem Vorbild Hodler schuf. Im Sommer 1917 war der 65-jährige Hodler auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt und galt als der Schweizer Künstler schlechthin. Ein halbes Jahrhundert zuvor hatte der aus ärmlichen Verhältnissen stammen- de Ferdinand Hodler eine Lehre beim «Souvenirmaler» Ferdinand Sommer begonnen. In den folgenden Jahrzehn- ten gelang es Hodler, sowohl mit seinen monumentalen Wandbildern als auch in der Porträt- und Landschaftsmalerei neue Massstäbe zu setzen. Seine Wer- ke waren bald in zahlreichen Museen und bedeutenden Privatsammlungen vertreten. Auch finanziell musste sich der wohlhabende Maler keine Sorgen mehr machen. So wollte Hodler am Ende seines Le- bens keine Aufträge mehr annehmen und nur noch Landschaften malen. Zwischen November 1917 und dem Tod des Malers im Mai 1918 entstand eine Serie von Landschaftsbildern, die alle den gleichen Blick auf den Genfersee zu verschiedenen Tageszeiten zeigen und zu den bedeutendsten Vermächt- nissen des Malers gehören. Die am 29. November 2024 in unseren Räumen versteigerte Ansicht «Genfer- see mit Mont Blanc» gehört zu dieser Serie und erzielte mit CHF 7,4 Millionen einen der höchsten Auktionspreise, die je für ein Werk Hodlers erzielt wurden. Der Weg für diese Einlieferung wurde an der vorangegangenen Auktion geeb- net: Eine kleinere, ebenso moderne An- sicht des Genfersees, die den Blick vom Cuno Amiet. Bildnis Ferdinand Hodler vor seinemMarignano-Bild. 1898. Tem- pera und Öl auf Leinwand. 76 × 52,5 cm. Auktionsergebnis: CHF 1,3 Mio.

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