Rueckblick 2025

16 Bosschaert d. Ä., das erst kürzlich aus einer Privatsammlung an die Oberfläche trat. Bosschaert zählt zu den Pionieren der Stilllebenmalerei im 17. Jahrhundert und gilt als Wegbereiter der Gattung. In der Frühjahrsauktion entfachte das Gemäl- de ein dynamisches Bietergefecht – der Zuschlag von CHF 860 000 übertraf den unteren Schätzwert um mehr als das Drei- fache. Beeindruckend verlief auch die Wieder- entdeckung eines grossformatigen Erz- engels Michael von Antoine de Lonhy. Die Besitzer, eine Schweizer Privatsammlung, lieferten das Gemälde als anonymes Werk ein. Im Laufe unserer Recherchen erwies es sich als eine Arbeit von de Lonhy, die in der Forschung lange als verschollen galt. Ein Bezug zu den Dominikanerkirchen von Turin oder Chieri ist denkbar. Weitere Ta- feln desselben Altars befinden sich heute in Museen in Antwerpen, Turin und Paris sowie in Schweizer Privatbesitz. Der Erz- engel erzielte CHF 210 000 und bereichert die piemontesische Malerei des 15. Jahr- hunderts wesentlich. Für besondere Aufmerksamkeit sorgte der Zuschlag für Jan Lievens’ «Bildnis einer Frau im Kerzenschein». Das eindringli- che Porträt kletterte im September von einer niedrigen zweistellen Schätzung auf CHF 325 000. Anhand dieses raren Werkes zeigte sich einmal mehr, wie eine für die Käuferschaft attraktive Schätzung breites Interesse weckt und am Ende zu einem deutlich höheren Zuschlag führen kann.

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