Rueckblick 2025
21 Jahrzehntelang verschollenes Kunst- werk vonWilhelm Buschwieder zurück imBerliner Kupfer- stichkabinett Jean-Baptiste Camille Corot. La chevrière Italienne. Um 1860/65. Öl auf Leinwand. 46,7 × 37,3 cm. Verkauft für CHF 150 000 an eine Westschweizer Sammlung Otto Scholderer. Vor dem Kostümball. 1879/80. Öl auf Leinwand. 137 × 183,5 cm. Verkauft für CHF 187 000 ans Musée d’Orsay in Paris Wilhelm Busch. Die drei Räuber. Aus: Die kühne Müllerstochter. Schwarze Kreide. 14 × 13 cm. Staatliche Museen zu Berlin Eine Zeichnung von Wilhelm Busch erregte 2025 grosse Aufmerksamkeit. Obwohl sie nie in unsere Auktion gelangte, schrieb sie eine der schönsten Geschichten des Jahres. Wilhelm Buschs «Drei Räuber» illustrieren das Gedicht «Die kühne Mül- lerstochter» von 1868. Die drei Halunken bilden das zweite Motiv einer elfteiligen Bildfolge zu einer schaurigen Geschichte die bei Nacht in einer Müh- le spielt. Bei der Provenienzprüfung erkannte Franz-Carl Diegelmann, Leiter der Abteilung Alte Grafik und Zeichnungen bei Koller, die Tuschzeichnung als ein Werk, das einst dem Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin gehörte. Im Jahr 1909 hatte die Institution diese und weitere Zeich- nungen bei den Erben des Künstlers für die damals veranstaltete Busch-Ausstellung des Vereins Berli- ner Künstler erworben. 1945 lagerte das Museum die Zeichnung des Comic-Pioniers zusammen mit anderen Werken aus. Durch die Kriegs- und Nachkriegswirren ging sie – wie so viele weitere Kunstwerke auch – verloren und galt seitdem als verschollen. Koller konnte zwischen dem Museum und der Be- sitzerin, die das Blatt geerbt hatte, vermitteln. Am Ende verzichtete diese grosszügigst auf die Ver- steigerung und schenkte das Blatt den Staatlichen Museen in Berlin, denen es einst gehörte.
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