Bücher & Autographen Mittwoch 29 März 2023, 13.30 Uhr

| 147 509 - Kamal al-din Husayn b. Ali al-Kashifi. Mawahib al-‘aliyya, auch bekannt als Tafsir-i Husayni. Korankommentar. Persische Handschrift auf ge- glättetem Papier. Mit ganzseitigem, goldgehöh- ten und farbig illuminierten Titelblatt mit reicher floraler Ornamentik und 2 Kapitelüberschriften. 27 Zeilen schwarzer und roter Text. Mehrfacher Zeilenrahmen in Gold und Farbe. Iran, dat. 977 (=1569). 37 × 25 cm. [460] Bll. Späteres rot gegerbtes Leder (wohl des 19. Jhdts.; etwas bestossen, leicht berieben, gebräunt und fleckig, etwas beschabt). Das Kolophon nennt den Kopisten Atullah Ibn ‚Imad al-din al-Awhadi. - Husayn Wa‘iz Kashifi wurde in Bayhak in Khurasan geboren und lebte in Nishapur, Mashhad und Herat, wo seine Gönner der timuridische Prinz Sultan Husayn Bayqara und sein berühmter Wesir Ali Shir Nava‘i waren. Er war als sehr eloquenter Prediger mit einer wunderschönen Stimme bekannt. Neben dem vorliegenden Text gehören zu seinen Werken: Anvar-i suhayli, Rawdat al-shuhada, Jawahir al-tafsir li-Tuhfat al-amir und Akhlak-i muhsini. Er starb 1504 in Herat. Sein gegenwär- tiges Werk, Mawahib al-‘aliyya, auch bekannt als Tafsir-i husayni, ist ein Kommentar zum Koran, der seinemGönner Ali Shir Nava‘i gewidmet ist und 899 AH (=1494) fertiggestellt wurde. Im Laufe der Jahrhunderte hat er sich als einer der beliebtesten Korankommentare erwiesen, der in mehrere andere Sprachen übersetzt wurde, darunter Türkisch, Hindi und Paschtu, und es war der spezifische Kommentar, auf den sich der europäische Gelehrte Erpenius in seiner gedruckten arabischen Grammatik bezieht, 1617 in Leiden und 1656 in Gaian heraus- gegeben. - Auf Spiegel wiederverwendete, alte Kalligraphie-Übungsblätter mit schönem Nasta‘liq. Das Inhaltsverzeichnis später auf an - derem Papier. - Innengelenke alt verstärkt. Fol. 4/5 fehlt (ausgeschnitten). Schwach gebräunt, stellenweise feuchtrandig, letzte Blatt stärker und mit Verfärbung (imweissen Rand, ausser- halb des Textes), in den Rändern teils schwach braun-, stock- und tintenfleckig, nur wenige Textverwischungen, Titel in den Rändern etwas verwischt bzw. neu eingebunden, erstes Blatt im Rand angeschnitten (nur minimal den Text affektierend), einige gelöscht bzw. ausgeschnit - tene Stempel, vereinzelte Blatt mit leichtem Blattdurchbruch oder in den Rändern angeris- sen (teils fachmännisch restauriert). Insgesamt dennoch in guter Erhaltung, sauber und gut lesbar. - Wenige hs. Marginalien von alter Hand in Tinte und Bleistift. - Provenienz: Mehrere alte Stempel (darunter auf Fol. 157 Waqf-Stempel, dat. 1230h.) - Schweizer Privatbesitz. CHF 5 000 / 8 000 (€ 5 000 / 8 000)

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