GEMÄLDE ALTER MEISTER 20. SEPTEMBER 2024
Abb. 1, entnommen aus Ausst.-Kat. The Art of Clara Pee- ters, hrsg. von Alejandro Vergara, Madrid/Antwerpen 2016, S. 91), des Antwerpener Nicolaes Cave (tätig 1619–1651) basiert eindeutig auf unserer Komposition von Clara Pee- ters. Cave war 1619 als Meister in der Antwerpener Ma- lergilde tätig. Hiervon geht auch Dr. Fred G. Meijer aus, der ebenfalls die Eigenhändigkeit unserer Arbeit bestätigt und wofür wir ihm danken (schriftliche Mitteilung, Juli 2024). Cave war nicht der einzige Künstler, der von dem kommer- ziellen Erfolg dieser Ikonographie auf dem Antwerpener Markt profitierte. Heute sind mindestens zwölf weitere Versionen von diesem Kompositionstypus bekannt (schrift- liche Mitteilung von Prof. Hibbs-Decoteau, 2018). Viele da- von sind von Peeters signiert, wie das "Stillleben mit Wan- derfalken und Beute" (Salomon Lilian: Alte Meister, Genf/ Amsterdam 2015, S. 44–45, Kat.-Nr. 9), das "Stillleben mit Wild" (Kunstmuseum Tallin, Inv.-Nr. VM878) und das "Stillle- ben mit Sperber, Geflügel, Porzellan und Muscheln" (Prado Museum, Inv.-Nr. P1619). Zusätzlich zur Exklusivität dieser schönen Vogelpracht, die seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr auf dem Aukti- onsmarkt angeboten wurde, ist die Herkunft dieses Ge- mäldes besonders bemerkenswert. Das Stillleben befand sich in der Sammlung seiner Exzellenz Johann Willem Baron Huyssen van Kattendijke (1782–1854), der als Aus- senminister der Niederlande und persönlicher Vertrauter von König Wilhelm II, tätig war. Durch die Eheschliessung seiner Tochter Ida Jacqueline Juliette (1832–1897) mit dem Grossindustriellen Jean Dollfus (1823–1911) gelangte das Gemälde in die Sammlung Dollfus. Ihre gemeinsame Lei- denschaft für die Kunst führte zu einer grossen Gemälde sammlung, die sie im Laufe ihres Lebens vergrösserten. Das Gemälde verblieb über Generationen in der Familie bis es nun wieder auf dem Markt angeboten werden kann. "Das Stillleben mit Wanderfalke und Vögeln" ist ein wei- teres Beispiel für die Malerei der klugen und talentierten Clara Peeters. Sie beherrschte nicht nur Maltechniken, die auf ihren eigenen empirischen Naturbeobachtungen beruhten, sondern entwickelte auch einen strategischen Verstand, um ihre Kunst zu vermarkten. Dieses Gemälde unterstreicht, dass sie eine der einflussreichsten Künstle- rinnen ihrer Zeit war. Das Gemälde ist im RKD, Den Haag, als eigenhändiges Werk von Clara Peeters unter der Nummer 313805 archi- viert. CHF 300 000/500 000 (€ 315 790/526 320) 49
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