GEMÄLDE DES 19. JAHRHUNDERTS 28. MÄRZ 2025
3215* CARL SPITZWEG (1808 München 1885) Der Spaziergang des Gutsherren. Um 1880. Öl auf Papier auf Malkarton. Verso mit Nachlassstempel. 20,3 × 38,3 cm. Gutachten: Verso mit handschriftlicher Echtheitsbestätigung von Prof. Dr. Hermann Uhde-Bernays, Starnberg, 12.5.1927. Provenienz: - Galerie Wimmer & Co., München. - Sammlung Baron de Bermingham, Paris. - Auktion Hugo Helbing, München, 30.6.1909, Los 110. - Auktion Ludwigs-Galerie, München, Mai 1928. - Galerie Abels, Köln. - Privatbesitz, Deutschland. - Auktion Neumeister, München, 5.7.2017, Los 360. - Europäische Privatsammlung. Ausstellungen: - Chemnitz 1928, Meisterwerke deutscher Malerei des 19. Jahr- hunderts, Galerie Gerstenberger, 1.10.–31.10.1928, Nr. 51. - Dresden 1930, Galerie Arnold, Juli 1930, Nr. 42. - München 1967, Carl Spitzweg und sein Freundeskreis, Haus der Kunst München, 7.10.1967–7.1.1968, Nr. 127 (verso mit Etikett). - München 1985, Carl Spitzweg und die französischen Zeichner, Haus der Kunst München, 23.11.1985–2.2.1986, Nr. 766. Literatur: - Günther Roennefahrt: Carl Spitzweg. Beschreibendes Werkver- zeichnis seiner Gemälde, Ölstudien und Aquarelle, München 1960, S. 235, Nr. 918 (mit Abb.). - Siegfried Wichmann: Carl Spitzweg. Verzeichnis der Werke - Gemälde und Aquarelle, Stuttgart 2002, S. 580, Nr. 1608 (mit Abb.). Gekleidet nach der Mode des 18. Jahrhunderts stolzieren der wohlgenährte Gutsherr und seine Gattin durch ein Kornfeld. Der Sohn – bewaffnet mit einem Spielzeugsäbel – und das Hündchen der Herrschaften bilden die Vorhut der edlen Gesellschaft. Im Hintergrund folgen drei Damen. Die knallig bunten Kleider der Flaneure, das grüne Sonnenschirmchen und das Spiel der Schatten im sonnenbeschienenen Kornfeld beschwören den heiteren Sommertag, der die Protagonisten in diesem charmanten Pointenbild aus ihrer Stadt ins Grüne gelockt hat. Die Getreideähren verneigen sich vor den noblen Spaziergängern, die Kopfweiden links imBild scheinen hämisch Fratzen zu schneiden. Bereits 1855 notierte Spitzweg in seinem Tagebuch als Idee für ein Gemälde: “Bürgermeister durch das Kornfeld gehend, vor dem sich alles neigt”. Als Vorlage für die Darstellung der Figuren in diesem Bild dürften dem Maler dann seine zahlreichen Groteskenblätter und Serenissimus-Zeichnungen gedient haben. CHF 30 000/50 000 (€ 31 910/53 190) 129
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