GEMÄLDE ALTER MEISTER 28. MÄRZ 2025
3018 BARTHOLOMEUS VANBASSEN (um 1590–Den Haag 1652) Interieur mit galanter Gesellschaft. Öl auf Holz. 62,7 × 84,7 cm. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Nur wenig ist über den beruflichenWerdegang von Bartolomeus van Bassen bekannt. Er wurde um 1590 in Den Haag geboren und trat 1613 der Lukasgilde in Delft bei. 1622 war er in seiner Heimatstadt aktiv. Zwischen1629und1634warer zudemalsArchitekt tätigunder- hielt einige namhafte Aufträge aus der gehobenen Gesellschaft und der Aristokratie. So beispielsweise erstellte er Entwürfe für die Paläs- te des Statthalters Frederik Hendrik (1584–1647) in Honselaersdijk und Ter Nieuwburgh sowie für den Hof des Kurfürsten und Königs von Böhmen, Frederik V. (1696–1632). 1639 wurde Van Bassen zum offiziellen Stadtarchitekten von Den Haag ernannt. Heute gilt dieser Künstler als einer der ersten niederländischen Maler, der sich auf Architekturmalerei spezialisierte. Seine Tätigkeit als Architekt ist in seinem malerischen Werk deutlich erkennbar, wie dieses Gemälde zeigt. Wir befinden uns in einem Palastinterieur, das mit Malereien an den Wänden geschmückt ist. Exotische Tiere, wie ein Papagei, ein Truthahn und ein Affe, amüsieren die Besucher im Raum. Die perfekte Beherrschung der Perspektive wird in dem Spiel der geöffneten und geschlossenen Fensterläden über dem Bankett sowie in der sorgfältigen Ausfüh- rung der Kassettendecke sichtbar. Ein stilistisch und kompositorisch vergleichbares Werk von Bartholomeus van Bassen, das auch Figuren im Vordergrund und eine Tischgesellschaft sowie einen Ausblick ins Freie auf der linken Seite zeigt, führt George S. Keyes in seiner Monographie zum Oeuvre von Esaias van den Velde (1587–1630) (Doornspijk 1984, S. 171–172, Nr. VIII, Abb. 352) auf. Bartholomeus van Bassen arbeitete häufig mit anderen Künstlern zusammen und es ist wahrscheinlich, dass Esaias van de Velde (um 1590–1630) die Figurenstaffage in unserem Gemälde ausführte. Dr. Bernard G. Maillet bestätigt die Eigenhändigkeit des Gemäldes anhand einer Fotografie, wofür wir ihm danken. CHF 10 000/15 000 (€ 10 640/15 960) 25
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