DECORATIVE ARTS 27. MÄRZ 2025

1170 KONSOLE MIT SPIEGEL Louis XV, Deutschland, wohl Potsdam oder München, 18. Jh. Eiche geschnitzt mit Rocaillen, Blumen, Trauben und Blättern sowie versilbert. Rechteckiges, randmoulüriertes, leicht geschweiftes Brekzienblatt (repariert) auf ausge- schnittener und teils durchbrochener Zarge sowie zwei S-förmig geschweiften durch rocaillenförmigen Steg verbundenen Beinen. Der assortierte Spiegel mit ge- schweiftem, rechteckigem und profiliertem Rahmen mit markantem Adleraufsatz in Kartusche. Konsole 73 × 44,5 × 82,5 cm. Spiegel 115 × 52 cm. Versilberung stark übergangen bzw. später sowie mit Bestossungen und Fehlstellen. Spiegelglas leicht korro- diert. Diese Möbel erinnern in ihrer Art an Arbeiten von den in Potsdam tätigen August Nahl (1710–1781) oder Johann Michael Hoppenhaupt (1685–1751). Auffällig ist das Ele- ment des gefiederten Flügels, welches sich zum Beispiel bei der Ornamentik des Orgelprospekts im Berner Münster wiederfindet, welcher von August Nahl unter Mitarbeit von Johann Friedrich Funk entstand (vgl. Hermann von Fischer: Fonck à Berne. Bern 2001, Abb. 398, S. 220). Dasselbe Motiv des Flügels findet sich auch auf Münchner Möbeln, so auf zwei Konsoltischen, München um 1750/55 in der Münchner Residenz. Abgebildet bei: Gerhard Hofer/Hans Ottomeyer. Die Möbel der Münchner Residenz. Bd.II. Mün- chen 11996. S. 211-214, Nr. 60/61. CHF 4 000/7 000 (€ 4 260/7 450) 144

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