DECORATIVE ARTS 27. MÄRZ 2025

Diese Pendule, deren Gehäuse wie ein an- tiker Altar gestaltet ist, folgt in ihren Grund- gedanken den Entwürfen des Pariser Ar- chitekten und Raumausstatters Charles Percier. Diese manifestieren sich in ei- ner Zeichnung Percier's aus dem Jahre 1798, welche aus einem Skizzen- buch von Delafontaine stammt und im Musée des Beaux-Arts in Rennes verwahrt wird (abge- bildet bei Hans Ottomeyer/Peter Prö- schel: Vergoldete Bronzen. München 1986, Bd. 1, S. 342, Nr. 5.5.2 bzw. 5.5.3). Es existieren einige Ausformungen, die sich auf diesen Entwurf beziehen. So eine Pendule in Biskuit-Porzellan von der Manufaktur Sèvres, die sich heute in den Staatlichen Museen Kassel befindet (Sabine Thümmler und Hans Ottomeyer (Hrsg.): Ge- schenkt & gekauft. Die Neuerwer- bungen der Staatlichen Museen Kassel 1995–1999. S. 115, Nr. 59). Diese Pendule wird in das Jahr 1814 datiert, weist jedoch im Vergleich zu der hier angebotenen Pendule und entsprechend der Skizze ein we- sentlich reicheres Schmuckwerk auf. Eine erstaunliche Parallele lässt sich zudem zu einer Pendule von Thomire und Le Sieur im Musée des Arts Décoratifs in Paris zie- hen (Inv.-Nr. 23735), welche ins Jahr 1800-1805 datiert wird. Am dortigen Exemplar sieht man das identische Uhrengehäuse als Tempelkonstruktion mit gleichen vergoldeten Bron- ze-Applikationen, eben- falls in rotem Griotte-Mar- mor ausgeführt, welcher Teil eines grösseren En- sembles ist. Flankiert wird jenes Gehäuse von ei- nem dunkelpatinierten Bronze-Apollon und steht auf einem brei- ten Sockelunterbau. Jene Pendule besitzt zusätzlich ein giebelartiges Dach aus ver- goldeter Bronze auf dem Tempelgehäuse mit Apollon-Köpfen an den Ecken. CHF 8 000/12 000 (€ 8 510/12 770) 203

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