DECORATIVE ARTS 27. MÄRZ 2025
1055 ÖLLAMPE IN FORM EINES AKROBATEN Padua, 1. Drittel 16. Jh. Nach einem Vorbild von Andrea Riccio oder Severo Da Ravenna. Der Adlerfuss spätere Ergänzung. Bronze braun patiniert in Form eines Kontorsionisten in akrobatischer Haltung, die Beine gen Himmel gestreckt, den Kopf zwischen die Beine gepresst. Öffnung für die Öllampe aus dem Hintern wachsend, der untere Teil in Blattform. Abschraubbare, spätere Basis in Form einer Adlerklaue. H 24,5 cm. Provenienz: - Edward R. Lubin, New York, 1970. - Ellin Mitchell, Works of Art, New York, 1982. - Schweizer Privatbesitz, von obiger Händlerin erworben. Vergleichsliteratur: - Leo Planiscig: Andrea Riccio. Wien 1927, S. 180-182, Abb. 200. - J. Bliss: A Renaissance Acrobat Lamp by Andrea Riccio: It’s mistaken History as an ancient Bronze. History of Art, XIV, 3, 1995. Patina stellenweise berieben. Fusssohlen wohl ehemals mit Befestigungsringen zum Aufhängen. Im unteren Rü- ckenbereich eine alte Gusskorrektur. Mehrere Bronzeversionen dieser Öllampe, nach dem Mo- dell von Andrea Riccio (1470–1532), sind bekannt und wei- sen unterschiedliche Gesichtszüge auf. Darunter befindet sich auch eine im Museo Nazionale del Bargello (Inv.-Nr. Bargello Bronzi 57), welche nicht einen Adlerfuss, sondern eine an den Füssen fixierte Kette zur Aufhängung aufweist. Weitere Exemplare solcher Akrobaten-Öllampen werden wiederum Severo Calzetta, genannt Severo Da Ravenna (um 1496-vor 1538) zugeschrieben, so z. Bsp. eine Version mit Adlerfuss im Museo Nazionale del Palazzo di Venezia (Inv.-Nr. PV 9249). Fälschlicherweise wurden die Akrobaten-Öllampen bis ins späte 20. Jahrhundert der Antike zugeord- net. So wird eine solche auch in "The Tribuna of the Uffizi", 1772–1777, von Johan Joseph Zoffany (Royal Collection Trust, Inv.-Nr. RCIN 406983) im Vorder- grund dargestellt und dabei in die Reihe von weiteren römischen, griechischen und etruskischen Antiken einge- gliedert (Joseph R. Bliss: "A Renaissance Acrobat Lamp by Andrea Riccio: Its Mistaken History as an Anci- ent Bronze", In: Notes in the History of Art, Vol. 14, No. 3, 1995, S. 13–20). CHF 10 000/15 000 (€ 10 640/15 960) 51
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