DECORATIVE ARTS 27. MÄRZ 2025

1056 GESCHNITZTER UND INTAR- SIERTER RAHMEN Renaissance, Italien, 16. Jh. Nussbaum geschnitzt mit Palmetten und Zierfriesen sowie teilvergoldet und eingelegt mit Spänemarmor. Rechteckiger, profilierter Rahmen. 84 × 75,5 cm; Innenmass 64 × 57 cm. Provenienz: - Gianfranco Luzzetti, Grossetto. - Schweizer Privatbesitz, bei obigem erworben (gem. mündlicher Überlieferung). Gebrauchsspuren und Fehlstellen. Kleine Wurmgänge. CHF 6 000/8 000 (€ 6 380/8 510) 1057 REICH INTARSIERTE SCHATULLE Renaissance, Italien oder Spanien, 16. Jh. Nussbaum, Pflaume, Buchsbaum, geschwärzte Eiche und Eibe reich eingelegt in geometrischem Dekor, intrikat verflochtenen Bändern, Stabmosaiken, Blumen und Vasen. Rechteckiger Korpus auf leicht ausgestellter, schwarz lackierter Sockelleiste. Die Front kassettiert. Der Deckel mit eingelegtem Schachspielfeld öffnend auf drei Fächer mit Klappdeckel sowie vier Schubladen. Der In- nendeckel mit intarsiertem Kreuz. Zwei seitliche Eisenhenkel. Das Schloss ergänzt. 1 Schlüssel. Dazu: 32 Schachfiguren, moderne Arbeit 20. Jh. Holz teils schwarz gefärbt. 66,5 × 44,5 × 28 cm. Deckel etwas verzogen. Reparaturen und Ergänzungen. Innen- einrichtung grösstenteils später. Holz aussen etwas ausgebleicht. Schloss ergänzt. Fehlstellen an Intarsien. Schachfiguren mit Bes- tossungen. Die geografische Einordnung dieses filigran eingelegten Koffers bleibt eine offene Frage. Eine in der äusseren Erscheinung und im Dekor ähnliche Schatulle, jedoch ohne Schachbrett auf dem Deckel und Innen ohne Intarsien bzw. mit anderer Fächeranord- nung, befindet sich im Victoria & Albert Museum London (Inv.-Nr. RP 7627/189). Jene Schatulle stammt aus einem Kloster in Certosa (Italien), der eigentliche Ursprung wird aber in Andalusien (Spani- en) vermutet. Die Einlegearbeit ist ein Derivat von arabischen Ein- flüssen, welche in Spanien ab 1500 beliebt wurde, aber auch in Ita- lien durch die "tarsia a toppo" oder "tarsia Certosina" Anwendung fand. Ein weiteres Vergleichsbeispiel findet sich bei Sotheby’s (Auk- tion Arts of the Islamic World, London, 23.10.2024, Lot 115) dort als "post-nasridische/spanische Arbeit" aus dem 16. Jh. beschrieben. Ein aus dem französischen Kunsthandel bekanntes Beispiel kommt unserem Exemplar sehr nahe (Schachbrett auf Deckel, Innende- ckel mit religiösem Sujet, Schubladen- und Fächereinteilung innen identisch). Jenes Objekt wird als florentinische Arbeit des 15. Jh. beschrieben. CHF 1 500/2 000 (€ 1 600/2 130) 52

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