WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AUKTION 18. SEPTEMBER 2025

1032* BEDEUTENDER OHRRING WOHL MIT DER DARSTELLUNG EINES KAISERINNENKOPFES Frühbyzantinisch, ca. 5.–7. Jh. n. Chr. Goldblech teils durchbrochen gearbeitet in halbrunder Körbchen- form. Filigranes Golddraht- und Granulationsdekor in Form von Rosetten und Sternblüten sowie reiche Goldperlbordüre. Unten mittig eine getriebene Darstellung eines Frauenkopfs mit kaiserli- cher Frisur. Vier gefasste Almandine sowie ein blaues Medaillon (wohl Glaspaste). Einfacher Rundbügel. H 6,3 cm, B 5,5 cm. Total 16 gr. Bügelspitze verbogen und abgebrochen. Dellen und teils verbo- gene Elemente, kleine Fehlstellen. Rückseitig ein Ausbruch, eine Restaurierungsspur. Provenienz: - gekauft von Fouad Alouf, Beirut (gem. Karteikarte). - Sammlung Ernst und Marthe Kofler-Truniger (1903–1990 & 1918–1999), Luzern vor 1964 (Inv.-Nr. K731U). Ausstellungen: Kunsthaus Zürich, Sammlung E. und M. Kofler-Truniger, Luzern, 7.6.–2.8.1964, Nr. 577 (mit Ausstellungskatalog). Gem. Karteikarte zieht Prof. Marvin Chauncey Ross (1904–1977) einen Vergleich zu einem Ohrring im Princeton Art Museum (Inv.- Nr. y1954-149), welches in Form, Gebrauch des Dekors und in den Schmuckeinlagen unserem nahe kommt. Er zitiert des Weite- ren einige Beispiele von frühbyzantinischen Schmuckstücken mit kaiserlichen Darstellungen (z. Bsp. im Benaki Museum Athen, in der Walters Art Gallery, etc.), wobei seines Erachtens das vorlie- gende Stück eines der frühesten byzantinischen Beispiele für die Darstellung eines kaiserlichen Kopfs für diesen Ohrring-Typus ist. Ausschlaggebend für die Annahme, dass es sich um eine kaiser- liche Darstellung handle, ist der dafür typische Haarschmuck. Für die umfangreiche Vergleichsliteratur sei auf den Kofler-Truniger Ausstellungskatalog des Kunsthauses Zürich (1964) verwiesen. CHF 3 000/5 000 (€ 3 190/5 320) 21

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