WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AUKTION 18. SEPTEMBER 2025

48 (201) +S SANCTE MARIE SANCTIQVE THEOBALDI METENSIS Sigillum Sancte Marie Sanctique Theobaldi Metensis. Frankreich, Metz, 2. Hälfte 13. Jh. Bronze graviert und dunkel pati- niert. Spitzovale Form. H 6,6 cm. Darstellung mit Thronender Mut- tergottes und Jesuskind auf dem Schoss, flankiert von zwei Engeln, darunter ein Betender auf Knien. Metensis bezieht sich auf Metz, Suffraganbistum zunächst von Trier, später von Besançon. Die Jungfrau erscheint auch auf dem Siegel des Domkapitels von Metz (vgl. Roman, Manuel de sigillo- graphie française, Paris 1912, S. 172). Ein weiteres Exemplar ist aus der Sammlung Abbé Jobal bekannt (Auktion Sotheby’s London, 6.7.2021, Lot 20). Unser Siegel dürfte auf die nicht mehr erhaltenen Kirchen Sainte-Marie (zerstört 1833) sowie die Kapelle Saint-Thié- bault (zerstört vor 1740) zurückzuführen sein. 51 (206) +S CAPITVLI SCI GRISOGONII Sigillum Capituli Sancti Grisogoni. Wohl Kroatien, Anfang 14. Jh. Bronze graviert. Runde Form. Ø 5,3 cm. Darstellung Hl. Jakob und Hl. Grisogonus ein- ander zugewandt, darunter in gebrochener Zeile bez. S ANASTASIA und die kniende, betende Hl. Anastasia. Zwi- schen den beiden Heiligen drei Sterne. Die Darstellung der hl. Anastasia lässt vermuten, dass es sich um die Kirche S. Grisogono in Zara (heutiges Zadar, Kroatien) handelt, wo diese Heilige als Patronin der Ka- thedrale verehrt wird. Es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass es sich um die römische Kirche des Hl. Grisogonus handelt, da der Kult dieses Heiligen laut Legende im 6. Jh. in Rom entstand und ihn mit dem Martyrium von vier Heili- gen verbindet, darunter Anastasia. Es handelt sich um ein besonders wertvolles Siegel aufgrund seiner feinen Aus- führung. 53 (6) +S. PRIS. BLASI(AB) BIS–MON–SCE. TRINITATIS. DE. FLOR(EN) Sigillum Prioris Blasii Abbatis Monasterii Sanctae Trinitatis De Florentia. Italien, Florenz, Ende 15. Jh./Anfang 16. Jh. Bronze dunkel patiniert im Relief gearbeitet. Spitzovale Form. H 6 cm. Dar- stellung einer Hl. Dreifaltigkeit in frontaler Ansicht. Thro- nender Gottvater, davor Jesus am Kreuz und die Taube, bekrönt von einer Mitra. Unten ein kniender Mönch. Don Biagio Milanesi, General des Vallombrosani-Ordens, Biograph, starb 1505. Verfasser einer Denkschrift über verschiedene Werke bzw. der Geschichte seines Ordens. Handschrift befindet sich angeblich im Archiv von Vallom- brosa. Ein Porträt von ihm, ein Werk von Pietro Perugino, befindet sich in den Uffizien. 50

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