WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AUKTION 18. SEPTEMBER 2025

56 (60) S.MARTINI (x) ABBATIS.SCTI.PETRI.A GERIN Sigillum Abbatis Martini Sancti Petri Agerinensis. Spanien, Katalonien, 15. Jh. Bronze teils unleserlich graviert. Spitzo- vale Form mit rückseitigem, geschwungenem Bügelgriff. Grösstes Siegel der Sammlung. H 9,2 cm. Darstellung stehender Hl. Petrus in gotischer Architektur, darunter ein durch Mitra bekröntes Wap- penschild. San Pedro d’Àger (Sant Pere d’Àger), Benediktinerkloster in den Ber- gen von Urgell (Lleida), wurde im 11. Jh. vom Vizegrafen von Castell- bò, Arnald Mir de Tost, gegründet, der den Arabern das Gebiet die- ses Fürstentums abnahm. In der Liste der bekannten Äbte dieses Klosters ist jedoch kein Abt namens Martin aufgeführt. Ein ebenfalls Aggerinensis genannter Konvent bestand auch in Enger bei Erfurt in Sachsen, BistumMainz, gegründet 990; doch ist es wahrscheinli- cher, dass unser Siegel zu ersterem Kloster gehört. 102 (210) + VRBIS ME DIGNV ASISII NOSCI(TE) SIGNV Urbis Me Dignum Asisii Noscite Signum. Italien, Assisi, 13. Jh. Altes Stadtsiegel von Assisi. Bronze gra- viert. Spitzovale Form. H 5,8 cm. Darstellung eines steigenden Löwen. Es ist das alte Wappen von Assisi, bevor es im ersten Feld durch ein lateinisches Kreuz geteilt wurde. Die Umschrift ist ein sog. „versus leoninus“, ein Vers, bei dem die letzte Silbe des zweiten Halbverses mit der des ersten reimt. Viele italienische Städte hatten ihren eigenen „leoninus“ als geschichtliches, politisches, religiöses oder lobendes Stadtmotto. 120 (2) +S.ANTONII.DE.PRIIOLIS.I.PERIALIS.COMITIS.PALATINI.P.V. Sigillum Antonii De Priiolis Imperialis Comitis Palatini Procuratoris Veneti. Italien, Venedig, 17. Jh. Bronze braun patiniert und graviert. Runde Formmit rückseitigemHenkel gestaltet als Delphin. Ø 4,2 cm. Darstel- lung eines Wappenschilds mit Prunkzier in Form eines Greifenkopfs. Antonio Priuli (1548–1623) entstammte einer seit 1297 in Venedig be- legten Familie, welche durch Landbesitz und Handel zu einem gros- sen Vermögen gelangte. Er belegte ab 1603 als Prokurator von San Marco das zweithöchste Amt der Republik Venedig und regierte da- nach vom 5. April 1618 bis zu seinem Tod am 12. August 1623 sogar als Doge von Venedig. Zuvor war Antonio Priuli wesentlich an den Ver- handlungen mit den Habsburgern zu einer Beendigung des Uskoken- Kriegs beteiligt, der 1617 mit Erzherzog Ferdinand im Vertrag von Ma- drid besiegelt wurde. Die vorliegende Siegelmatrize verweist in die Zeit als Priuli noch Prokurator von San Marco war. Das Wappen der Familie Priuli ist geteilt: oben rot, unten golden und blau gestrichelt. 51

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