WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS AUKTION 18. SEPTEMBER 2025

basiert einerseits auf dem für diesen Künstler typischen ”Punktmo- tiv” sowie auf einem Vergleich mit einer Serie von neun Monatestellern, ehemals Sammlung des Herzogs Anton Ulrich von Brunswick, heute im Louvre Paris, welche eine ganz ähnliche Gestaltung der Fahne sowie in Teilen der Rückseite aufweisen. Vgl. Sophie Baratte: Les émaux peints de Limoges. Paris 2000, S. 222-230. CHF 2 000/3 000 (€ 2 130/3 190) 1089* TISCHGLOCKE Renaissance, datiert 1553. Bronze mit brauner Patina. Der Untersatz mit der Inschrift SIT.NOMEN. DOMINI.BENEDICTVM. Die Flanken mit teils geflügelten Engelsköp- fen, Girlanden, Drachen sowie Wappenkartuschen mit vier "Fleur de Lys" sowie Winkel. Die Schulter mit Blattdekor. Stielansatz mit Akanthusblättern, Rest des Stiels fehlend. Klöppelansatz vorhanden, Klöppel fehlt. H 10 cm, Ø 7 cm. Berieben. Randbestossungen. Provenienz: Sammlung Arlette und Antony Embden, Frankreich. CHF 1 500/2 000 (€ 1 600/2 130) 1088 EMAILLE-TELLER "JOSEF UND SEINE BRÜDER" Limoges, 16. Jh. Wohl Pierre Reymond (1513– 1584), nach dem Holzschnitt von Bernard Salo- mon (1506–1561). Emaille bemalt "en grisaille" und mit beige/ rosafarbenen Tönen sowie Goldzeich- nung auf rundem, leicht vertieftem Kupferteller. Darstellung von Josef, der seinen Brüdern die Säcke mit Getrei- de füllt (Genesis 43:15 und 16). Die Fahne dekoriert mit Henkelvasen, Mischwesen und Groteskenmasken. Gegenemaille in gleicher Weise mit Volutendekor, Blume, Mischwesen und Groteskenköpfen. In Metallmontierung. Ø 20,5 cm. Minime Kratzer und Risse. Goldzeichnung verlustig. Rückseitig mit kleinen Restaurierungen und Klebspuren unterhalb der Montierung. Die Darstellung basiert auf dem Holzschnitt von Bernard Salomon (1506–1561), abgebildet in den ”Quadrins Historiques de la Bible” von Claude Paradin, gedruckt von Jean de Tournes. Das V&A verwahrt einen Emaille-Teller aus der ehem. Sammlung Jules Soulages mit derselben Szene, jedoch in polychromer Ausführung, der Jean de Court oder des- sen Werkstatt zugeschrieben wird (Inv.-Nr. 8425-1863). Er stammt, wie vermutlich unser Teller auch, aus einer grös- seren Serie zur Geschichte Josefs imBuch Genesis. Neben der Ausführung in Grisaille unterscheidet sich unser Teller auch in der Gestaltung der Fahne, welche etwas einfacher gestaltet ist als beim Teller von Jean de Court. Hingegen weisen die jeweiligen Rückseiten grosse Ähnlichkeit auf. Die Zuschreibung unseres Exemplars an Pierre Reymond 78

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