BÜCHER & AUTOGRAPHEN 25. MÄRZ 2026

4214* Hortense de Beauharnais, Mutter von Napoleon III., in zweiter Ehe mit Louis Bonaparte verheiratet (1783-1837). Romances Mises en Musique. Mit Medaillon-Porträt in Farbstich und 12 Aquatinta-Tafeln von Müller und Piringer. [Paris, 1813.] Quer-kl.-4° (18 × 23,5 cm). Gestochener Titel mit grosser Wap- penvignette von Normand fils, [12] Bll. gestochene Noten mit Text (einseitig bedruckt). Schwarzvioletter Original-Maroquinband mit reicher Goldprägung im Empire-Stil: am Rücken Mäanderbänder und kursiver Längstitel, Deckel mit breiter Palmetten-Bordüre und Kettenfileten, in den Ecken Lyra- und Adler-Stempel, vorne im Zentrum grosse gekrönte Zierinitiale "H", Innenkanten schraffiert. Roséfarbene Lackpapiervorsätze, Goldschnitt (Ecken und Kapitale nachgefärbt). Im originalen roten Papp-Schuber mit goldgepräg- ten Kanten (abgeblasst und mit Überklebungen an den Kanten). Erste Ausgabe, in kleiner Auflage ausschliesslich zu Geschenk- zwecken gedruckt. Vergleichsexemplare weisen unterschiedliche Einbandfarbe, aber stets gleiche Vergoldung auf. Vorliegend am weissen Vorsatzblatt eigenhändige Widmung der Autorin: "donné à madame Marat le 22 janvier 1814 Hortense." Als Beschenkte kommen Jean-Paul Marats Witwe Simonne Evrard oder seine Schwester Albertine Marat in Frage, beide führten von 1793 bis zum Tod Evrards 1824 einen gemeinsamen Haushalt in Paris. Die Mehrzahl der Exemplare ist mit einem rechteckigen Farb- stich Hortenses in Halbfigur mit Harfe von Monsaldi nach Isabey ausgestattet, hier wurde die seltene Variante mit anonymem Brustbild im Oval und deutlich lebendigerem, geradezu verführe- rischem Ausdruck eingefalzt. - Der schmale Band enthält zwölf von der musikalischen Schwägerin Napoleons gesetzte Lieder mit Klavierbegleitung, auch elf der vertonten Dichtungen werden ihr zugeschrieben. Die erste - "Le beau Dunois" mit Textbeginn "Partant pour la Syrie" - stammte von Alexandre de Laborde und entwickelte sich zur inoffizellen Nationalhymne der Bonapartisten. Die Liedsammlung wurde in London nachgedruckt, in Leipzig erschien eine deutsche Version. Die Aquatinten illustrieren die Texte in idyllisch-romantisierender oder historisierender Weise und wurden von der auch künstlerisch Begabten vermutlich selbst entworfen. - Kräftig stockfleckig, Tafelrückseiten flächig gebräunt, Falz an zwei Stellen dezent verstärkt. CHF 5 000 / 3 000 (€ 5 430 / 3 260) 4214 99

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