SCHWEIZER KUNST 26. JUNI 2026

58 Abb. 1: Vincent van Gogh. Äpfel, 1887. © Van Gogh Museum, Amsterdam 3036 GIOVANNI GIACOMETTI (Stampa 1868–1933 Glion) Pomi. 1910. Öl auf Leinwand. Unten rechts monogrammiert und datiert: G.G. 10. Verso mit Echtheitsbestätigung von Bruno Giacometti. 38 × 46 cm. Provenienz: - Nachlass Giovanni Giacometti. - Galerie am Stadelhofen, Zürich. - Schweizer Privatsammlung. Ausstellungen: - Zürich 1962/63, Giovanni Giacometti, Galerie am Stadel- hofen, 10.11.1962–27.1.1963, Nr. 57, als „Apfelstillleben“. - Studen 2002, Max Buri und seine Zeitgenossen: Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler und Edouard Vallet, Fondation Saner, 27.4.–15.9.2002, Nr. 57, als „Äpfel“. Literatur: - Giovanni Giacometti: Registro dei quadri, No. 1A, S. 63, Nr. 153. - Ausst.-Kat. Giovanni Giacometti, Zürich 1962/63, S. 10, Nr. 57. - Elisabeth Esther Köhler: Giovanni Giacometti 1868–1933. Leben und Werk, Zürich 1969, Nr. 166, als „Apfelstillleben“. - Paul Müller und Viola Radlach: Giovanni Giacometti. Werkkatalog der Gemälde, Zürich 1997, Bd. II-1, S. 324, Nr. 1910.55 (mit Abb.). - Ausst.-Kat. Max Buri und seine Zeitgenossen: Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Ferdinand Hodler und Edouard Vallet, Studen 2002, S. 122, Nr. 57 (mit Abb.). Das Gemälde „Pomi“ von 1910 ist ein frühes Zeugnis von Giovanni Giacomettis intensiver Beschäftigung mit der französischen Moderne. Nach seinem Aufenthalt in Paris 1907, den er gemeinsammit Cuno Amiet unternahm, setzte sich Giacometti eingehend mit Paul Cézanne und Vincent van Gogh auseinander. Aus dieser Begegnung entwickelte er keine blosse Annäherung an fremde Vorbil- der, sondern eine eigene malerische Sprache, die für seine weitere Entwicklung entscheidend wurde. Die Nähe zu van Gogh wurde bereits von der zeitgenössi- schen Kritik wahrgenommen (vgl. Abb. 1). Anlässlich der Van-Gogh-Ausstellung im Kunsthaus Zürich schrieb Hans Trog: „Nach van Gogh kann man sich sehr wohl und mit Genuss bei Amiet und Giacometti aufhalten. In der be- geisterten Freude an festlichem Farbenglanz sind sie van Goghs künstlerische Glaubensgenossen.“ Pomi steht damit an einem wichtigen Punkt in Giacomet- tis Werk um 1910. Das klassische Motiv des Stilllebens wird hier zum Ausgangspunkt einer modernen maleri- schen Haltung, in der sich französische Anregungen und Giacomettis eigene künstlerische Sensibilität verbinden. Gerade in seiner frühen Unmittelbarkeit zeigt das Werk jene Sicherheit und Frische, die seine Malerei dieser Jahre besonders auszeichnet. CHF 60 000/100 000 (€ 65 220/108 700)

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