WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 17. SEPTEMBER 2026

1328 REICH INTARSIERTES KABINETT Süddeutschland, wohl Augsburg, Mitte/Ende 16. Jh. Die Intarsien in Anlehnung an Lorenz Stöer (vor 1555–nach 1599). Nussbaum, Ahorn, Zitrone, Zwetschge und diverse Obsthölzer teils geschwärzt, getönt sowie schauseitig üppig eingelegt mit Ruinen- und Architektur-Capriccio, überwuchert von Früchtezweigen in rechteckigen Reserven mit geometrischen Filets. Rechteckiger Korpus mit Doppeltüre. Eingericht mit zehn Schubladen, zwei Türen sowie mittige Doppeltüre, alle in geschwärzten Flammleisten gerahmt. Die Schubladen und Türfronten ebenso reich intarsiert mit phantastischen Archi- tektur- und Stadtansichten. Die seitlichen inneren Türen öffnen auf grosse Fächer. Die äusseren Türen auf der Innenseite mit Rankenwerk, Buch, Trommel und Violine eingelegt in dreidimen- sional wirkender Rahmung. Das Blatt des Möbels entsprechend eingelegt mit Rüstung und Trommel. Gravierte und teilvergolde- te Beschläge sowie Schlösser. Vergoldete Schubladengriffe in Form von Maskarons sowie seitliche vergoldete Eisentraggriffe. 4 Schlüssel. Auf späterem, tordiertem und geschwärztem Stand. 95,5 × 42 × 63 cm. Mit Stand: 108 × 48,5 × 143,5 cm. Wenige Risse und Gebrauchsspuren. Solche üppig intarsierten Kabinette sind charakteristisch für den süddeutschen Raum bzw. für Augsburg und zählen zu den ein- drucksvollsten Erzeugnissen der deutschen Renaissance. Sie dienten der repräsentativen Aufbewahrung kostbarer Gegen- stände und vereinten höchste Ebenistenkunst mit humanisti- schem Bildungsgut. Typisch sind die architektonisch gegliederte Fassade, die Vielzahl unterschiedlich grosser Schubladen oder

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