WORKS OF ART & DECORATIVE ARTS 17. SEPTEMBER 2026

Fächer sowie die aufwendig aus getönten Hölzern gefertigten Intarsien. Das vorliegende Exemplar ist ein besonders eindrückliches Zeugnis solcher Kabinette und es lässt sich einer kleinen Gruppe eng verwandter Möbel zuordnen. Ein nahezu identisches Kabi- nett mit gleicher Fächereinteilung und denselben Ringknäufen befindet sich im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (Inv.-Nr. 1970.121), unterscheidet sich jedoch durch einen Klapp- deckel und das Fehlen der schwarzen Flammleisten. Ein weite- res, nahezu modellogleiches Exemplar wurde am 11. November 2004 bei Christie's in London (Lot 23) versteigert. Es weist nicht nur die identische Gliederung des Innenraums auf, sondern zeigt auch an den Schubladeninnenseiten ikonografisch übereinstim- mende Intarsienbilder, was auf die Verwendung derselben Vorla- gen schliessen lässt. Die Intarsien zeigen phantastische Architekturkompositionen mit antikisierenden Ruinen, Säulen, Triumphbögen und perspek- tivisch verschachtelten Bauwerken. Sie stehen in der Tradition der Architektur-Capriccios von Lorenz Stöer, insbesondere des- sen "Geometria et Perspectiva" aus dem Jahr 1567 (Vgl. Georg Himmelheber: Kabinettschränke. Bayerisches Nationalmuseum München 1977, S. 10–25), und greifen zugleich die durch Hie- ronymus Cock verbreiteten Kupferstichfolgen römischer Monu- mente auf. CHF 20 000/30 000 (€ 21 740/32 610)

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