FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026
Diverse Vögel, Enten und Rebhühner sowie Schildkröten und Wildschweine zeigen die Vielfalt der Tierterrinen. Als Beilagen oder für Süsses wurden auch Terrinen in Form von lokalen oder exotischen Gemüsen und Früchten geformt. Kleinere Gaumenfreuden, wie Eier, Nüsse oder Oliven wurden auf Tellern appliziert und erweiterten die kreative Fülle der Schaugerichte. Eine solch reiche Bandbreite besteht auch innerhalb des Clemenswerther Jagdservices. Das "Protocollum Inventarisationis" vom 13.–27. Februar 1761 gibt Auskunft über dessen Bestandteile: "ein wildes schweins Kopf" und weitere Schaugerichte in Form von Tieren, darunter "2 änten, vier Tauben, vier feldthüner", diverse Schüsseln und Kummen, wie auch Terrinen als Gemüse und Früchte, so bspw. "10 Weintruben, 16 apfell, 12 citronen, …, 11 Bündtges sperges". Der Umfang des Services wird gemäss Eckard Wagner (ehem. Direktor des Schloss Clemenswerth) auf ca. 600 Teile geschätzt. Mit dem Übergang des Schlosses an die Fürsten von Arenberg im 19. Jahrhundert blieb das Service bis 1942 am ursprünglichen Standort. Erst während des Zweiten Weltkriegs wurde es zum Schutz vor Kriegseinwirkungen aufgeteilt und blieb zu Teilen im Privatbesitz, kam aber grösstenteils in den Kunst- handel. Gemäss brieflichen und mündlichen Auskünften wird rekonstruiert, dass die privaten Stücke der Fürsten von Arenberg an den Juwelier und Antiquar Horsten in Monte Carlo gelangten, welcher sie weiter nach Paris und London, mitunter Antiquar Stodel, veräusserte. Dank Peter Ducrets genauer Inventarlistung, seinen Forschungen und seinem Austausch mit namhaften Personen aus Muse- en und Kunsthandel, gelten folgende Objekte als gesicherte Clemenswerther Service Teile: Ein ovales Bassin (Lot 1030), zwei Saucièren (Lot 1028), zwei kleine Vasen (Lot 1029), zwei Rebhühner (Lot 1038), zwei Spargel (Lot 1025), zwei Zitronen (Lot 1032), zwei Trauben (Lot 1026) und eine Birne (Lot 1036). Bei den übrigen Stücken (Taube, Rose, Artischocken, Birnen und ovale Platte) bestehen zwar überzeugende Parallelen, eine eindeutige Zuschreibung ist jedoch nicht möglich.
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