FASZINATION FAYENCE DIE SAMMLUNG DR. PETER DUCRET 17. SEPTEMBER 2026

Adam Friedrich von Löwenfinck (Biala 1714–1754 Hagenau) Opulente, ostasiatische Chrysanthemen in brillanten Farben auf repräsentativen grossen Vasen, phantasievolle Fabel­ wesen und charakteristische, chinesische Figuren und Landschaften sind die Dekore, die der frühen Meissener Porzel­ lanproduktion ihr unverwechselbares Gesicht gaben, das A.F.v. Löwenfinck entscheidend mitgeprägt hat. Er trat 1727 in den Dienst der bedeutendsten Porzellanmanufaktur des frühen 18. Jh. als Malerlehrling ein. Vom Hof­ kommissar Johann Gregorius Höroldt wurde er streng gehalten, wohl auch aus Missgunst. Die heutige grosse Wert­ schätzung seiner Werke wurde damals seitens der Manufaktur wohl kaum geteilt. 1736 gerät er in einen heftigen Streit mit der Administration der Manufaktur - den Ausruf "der tausend Sacramentische Kerl" gegen den Geschirrschreiber muss er sogar mit einer Gefängnisstrafe büssen. Im August 1736 flieht Löwenfinck nach Bayreuth, in die von Johann Georg Knöller 1728 vom Markgrafen gepachtete Fayencemanufaktur. Über den Verbleib dort ist wenig bekannt. Ein bedeutender Walzenkrug aus seiner Schaffensphase in Bayreuth befindet sich im Metropolitan Museum of Art, New York. 1741 schliesslich kommt er nach Fulda. VomMaler Georg Friedrich Hess erfährt man 1748, Löwenfinck sei aus Ansbach nach Fulda gewandert, auch Hinweise auf einen Aufenthalt in Chantilly sind überliefert. Er wird zunächst als Schmelzfarbenmaler jedoch bald zum Hofemailmaler befördert. Er heiratet in Fulda Maria Seraphia Magdalena Schick, Tochter des "Hoflackiers" und Fayencemalers Johann Philipp Schick, eines Mitbegründers der Fuldaer Fayencemanufaktur. Als Adam Friedrich 1744 Fulda zusammen mit seiner Frau verlässt, gründet er 1745 eine eigene Fayencemanufaktur in Mainz-Weisenau und wechselt schliesslich 1746 nach Höchst. Er ist dort Mitbegründer, Teilhaber und Direktor der Höchster Fayencemanufaktur, die das Kurfürstlich Mainzische Privileg erhält. Neben ihm arbeiteten dort auch fünf wei­ tere Meissener Manufakturisten. Im Februar 1749 wird er aufgrund finanzieller Querelen vom Kurfürsten entlassen. Im selben Jahr trifft er in Strasbourg ein. 1750 siedelt er sich imNebenbetrieb der Strassburger Hannong’schen Fayence­ manufaktur in Hagenau ein, wo er ab 1751 als Direktor amtet. Nur wenige Jahre später 1754, im Alter von nur 40 Jahren, verstirbt er. Seine Frau Maria Seraphia ist bereits in die Riege bedeutender Porzellanmaler aufgestiegen und wird wenig später die Leitung beider Strasbourger Manufakturen übernehmen. Ausstellungsplakat mit der von Löwenfinck signierten Bildplatte aus der Sammlung Ducret.

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