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8 Vorschau auf die Auktion Gemälde Alter Meister vom 1. Oktober 2021 Eine Familie prägt eine Epoche Vier Generationen der Malerdynastie der Brueghels hinterliessen nachhaltige Spuren in der flämischen Kunstgeschichte. Die Anfänge dieser erfolgreichen Künstlerfamilie gehen auf ihren Gründervater zurück, Pieter Brueghel d.Ä. (um 1526/30–1569), der in Ant- werpen und Brüssel tätig war. Seine Darstellungen des ländlichen Lebens und seine allegorisch erzäh- lenden, meist figurenreiche Kompositionen haben unsere Vorstellungen vom 16. Jahrhundert stark mit- geprägt. Pieter wird erst kurz vor seinem frühen Tod Vater zweier Söhne: Pieter Brueghel d.J. (1564–1638) und Jan Brueghel (1568–1625), später der Ältere ge- nannt. Während der erstgeborene Pieter als Haupterbe nicht nur organisatorisch, sondern auch stilistisch in die Fussstapfen des Vaters trat, wurde der jüngere Jan vor allem durch seine lebensechten Stillleben und realisti- schen Landschaften zum Erneuerer der Kunst seiner Zeit und zum stilbildendenWegbereiter der flämischen Barockmalerei. In der dritten Generation schlossen Jan Brueghel d.J. (1601–1678) und Ambrosius Brueghel (1617–1675) an die Werkstatterfolge ihrer Vorfah- ren an, während die vierte Generation zwar nochmals fünf Maler hervorbrachte, die jedoch nicht ganz an die künstlerische Strahlkraft ihrer Vorgänger heranreichte. In der Gemälde-Auktion Alte Meister ist Pieter d.J. mit einer grossformatigen Darstellung Johannes des Täu- fers vertreten, den der Künstler – angelehnt an das Bildrepertoire seines Vaters – inmitten einer grossen Menschenmenge predigend zeigt. Jan Brueghel d.Ä. steuert eine atmosphärische Flusslandschaft bei, wäh- rend aus demŒuvre seines Sohnes Jan Brueghel d.J. das originelle Kabinettbild «Allegorie des Gehörs» zum Aufruf kommt. Jan Brueghel d.Ä. arbeitete regelmässig auch mit an- deren Malern zusammen. Bei mehreren Werken von Pieter Paul Rubens war er für die Blumendekoration zuständig. Auch das auf unserer Titelseite abgebilde- te Gemälde entstand in Zusammenarbeit mit einem Malerkollegen: Joos de Momper malte die Landschaft, Jan Brueghel d.Ä. die Figuren. 1 2 3 1 Pieter Brueghel d. J. (1564–1638). Die Predigt des Heiligen Johannes des Täufers. Öl auf Leinwand. 95 × 162,5 cm. Schätzung: CHF 380 000/500 000 2 J an Brueghel d. Ä. (1568–1625). Dorfgracht mit Figuren. 1608. Öl auf Kupfer. 14,7 × 19,6 cm. Schätzung: CHF 70 000/120 000 3 J an Brueghel d. J. (1601–1678). Allegorie des Gehörs. Öl auf Kupfer. 59,3 × 91 cm. Schätzung: CHF 200 000/300 000
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