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13 oder wiederholte Porträts, die nicht nur die äussere Erscheinung, den Habitus, sondern mitunter sogar das Wesen einer Person idealtypisch einzufangen versuchen. Bei dieser Suche ist die Zeichnung für vie- le Kunstschaffende unentbehrlich geworden und hat sich zu einer eigenen Kunstform entwickelt, die ihren ephemeren Charakter längst abgestreift hat. Nicht zu vergessen ist die Funktion der Zeichnung als Repro- duktion, also als Werk, das nach dem Vorbild zum Bei- spiel eines Gemäldes entstanden ist. 1 T homas Gainsborough (1727–1788). Heimkehr vom Markt. Pinsel in Grau und Braun, schwarzer Stift. 19,5 × 24,6 cm. Schätzung: CHF 30 000/40 000 2 C arloMaratta (1625–1673). Martyriumdes hl. Johannes des Täufers. Feder und Pinsel in Braun undWeiss, schwarze Kreide. 25,8 × 17,5 cm. Schätzung: CHF 10 000/15 000 3 A ntonio de Pereda y Salgado (1608/11–1678), zu- geschrieben. Der Höllensturz der gefallenen Engel. Feder in Braun, braun und grau laviert, rote und schwarze Kreide. 34 × 23,8 cm. Schätzung: CHF 2 000/3 000 4 A braham Bloemaert (1564–1651). Studie zum Urteil des Salomon. Schwarze Kreide, laviert. 12,6 × 15,5 cm. Schätzung: CHF 5 000/7 000 5 P eter Paul Rubens (1577 –1640), Umkreis. Die Beweinung Christi. Feder und Pinsel in Braun. 21 × 16,2 cm. Schätzung: CHF 10 000/15 000 6 G illis Neyts (1618/23–1687). Landschaft mit Wind- mühlen vor einer Stadt. Feder in Braun, grau laviert. 14,2 × 19,8 cm. Schätzung: CHF 3 000/4 000 7 J acopo de’ Barbari (um1460–1516), zugeschrieben. Christusmit demSchilfrohr. Schwarze und rote Kreide. 38,1 × 24,8 cm. Schätzung: CHF 4 000/6 000 Schaffens verkörpern. Einen Höhepunkt der Entwicklung der Zeich- nung bildet die mittel- alterliche Buchkunst, die textbegleitende zeich- nerische Meisterwerke auf Pergament hervor- bringt – meist geschaf- fen in Kooperationen von Zeichnern, die die For- men kreieren, und Ma- lern, die für das Colorit zuständig sind. Die Ent- wicklung der Papierher- stellung im 14. Jahrhun- dert ebnet den Weg für relativ günstige Unter- gründe und später auch Skizzenbücher, dank der eine Vielzahl übender und entwerfender Zeichnungen möglich werden. Im 15. Jahrhundert nimmt die detailliert durchgearbei- teteKünstlerzeichnungeinezentraleRolleein. Geweckt wird damals auch das Interesse der Sammlerinnen und Sammler für diese Preziosen, die eigenständigen Cha- rakter entwickeln und als autonome Kunstwerke an- gesehen werden. Rembrandt hinterlässt bei seinem Tod mehrere Tausend Zeichnungen und steht damit exemplarisch für die weiter zunehmende Bedeutung des Genres im Barock und Rokoko. Nicht zuletzt die Moderne schenkt der Handzeichnung Aufmerksamkeit, erinnert sei an Ernst Ludwig Kirchners zahllose Studien in Blei und Tusche oder an Egon Schieles zeichnerische Exzesse. Und selbst in der Architektur weist die zu Papier gebrachte Skizze neue Wege, man denke an die vi- sionären Entwürfe von Erich Mendelsohn oder Hermann Finsterlin. Unsere Auktion vom 1. April bietet zeichnerische Preziosen aus mehreren Jahrhunderten. Abraham Bloemaert ist in unserer Auktion mit einer Detailstudie zum Urteil des Salomon vertreten (Abb. 4). Mit dem Martyrium des hl. Johan- nes des Täufers (Abb. 2) können wir den durchkomponierten Entwurf für ein Al- targemälde von Carlo Maratta anbieten, der wohl entstand, um den Auftrag für ein gleich gestaltetes, grossformatiges Ölbild zu erhalten. Jacopode’ Barbari zählte zudenwenigen Künstlern seiner Epoche, die von Italien 4 5 Die Zeichnung bildet in der Kunstgeschichte eine ei- gene Gattung, die besonderer Betrachtung wert ist. Dies gilt nicht zuletzt deshalb, weil Fels- und Höhlen- zeichnungen ganz am Beginn der bis heute erhalte- nen künstlerischen Äusserungen des Menschen ste- hen und damit die längste Traditionslinie bildnerischen 6 nach Deutschland kamen, was ihm in der kunsthis- torischen Forschung zum «Geisterfahrer der Renais- sance» machte. Der ihm zugeschriebene Christus mit dem Schilfrohr aus unserer Auktion (Abb. 7), zählt zu den wenigen überlieferten Zeichnungen de’ Barbaris. Das Blatt gilt als Entwurf für ein Tafelgemälde, ikono- grafisch nimmt es wohl Bezug auf die Dornenkrönung. Gillis Neyts’ in brauner Feder und grauer Lavierung ausgeführte Landschaft mit Windmühlen vor einer Stadt (Abb. 6) stellt in ihrer detailreichen Durcharbei- tung ein herausragendes Sammlungsobjekt dar, das wie auch der Höllensturz der gefallenen Engel, der Antonio de Pereda y Salgado zugeschrieben wird (Abb. 3), als Bravourstück ausgeführt ist. 7 FÜR WEITERE INFORMATIONEN ALTE GRAFIK & ZEICHNUNGEN Franz-Carl Diegelmann diegelmann@kollerauktionen.ch ONLINE-KATALOGE www.kollerauktionen.ch

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