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10 FÜR WEITERE INFORMATIONEN IMPRESSIONISMUS & MODERNE Jara Koller jara.koller@kollerauktionen.ch ONLINE-KATALOGE www.kollerauktionen.ch 1 G eorges Braque (1882–1963). Nature morte à la guitare. 1920. Öl, Sand und Graphit auf Holz. 15 × 29,7 cm. Schätzung: CHF 120 000/140 000 2 O ssip Zadkine (1890–1967). Le Messager. 1937. Bronze, schwarze Patina. Guss von 1971. H 114,5 cm. Schätzung: CHF 80 000/120 000 3 J acques Lipchitz (1891–1973). Arlequin à la clari nette (1919). Um 1970. Unikat. Marmor. H 100,5 cm. Schätzung: CHF 300 000/500 000 Vorschau auf die Auktion Impressionismus & Moderne vom 1. Juli 2022 Im Echoraum des Kubismus Die auf dieser Doppelseite versammelten Arbeiten aus unserer Juli-Auktion Impressionismus & Moder- ne vereint eine formale Verwandtschaft. Auch zwei bis drei Dekaden nach den Anfängen des Kubismus in der Malerei – initiiert und variiert von Protagonisten wie Picasso und Braque, Gris und Leger – prägen die streng geometrischen Formen die bildende Kunst. Vor allem der angeregte Dialog zwischen Picasso und Braque und die progressiven Ausstellungen bei Kahnweiler und Vollard in Paris inspirierten Künstle- rinnen und Künstler zu immer neuen bildnerischen, aber auch plastischen Experimenten mit kubischen und aufgefächerten Formen. DemSchritt in die abstrakte Malerei, für den Cézanne und dann die Kubisten den Weg ebneten, folgte der Höhepunkt kubistischer Bildhauerei in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen. Aus dieser Epo- che stammen auch die zwei hier vorgestellten plas- tischen Arbeiten. Jacques Lipchitz setzt bei seinem «Arlequin à la clarinette» ganz auf die dreidimensio- nale Komposition scharfkantiger Binnenkörper (Abb. 3). Diese gruppieren sich rhythmisch im Raum und bilden trotz der heterogenen Struktur eine Gross- form, die von allen Seiten aus betrachtet werden kann. Auch der Schattenwurf auf dem weissen Mar- mor trägt zur geometrischen Dreidimensionalität bei. Mit Ossip Zadkines «Le Messager», der in einer über- lebensgrossen, leicht variierten Darstellung am Pa- riser Quai d’Orsay steht und von dem auch kleinere Bronzegüsse existieren, begegnet uns eine beinahe klassisch im Kontrapost gesetzte Figur (Abb. 2). Der Künstler invertiert Teile von Kopf und Körper, stülpt Formen um und baut zwischen Innen und Aussen Spannungen auf. Georges Braques Stillleben mit Gitarre erinnert an seine eigenen frühen kubistischen Collagen, die mit der Materialität und vor allem der Körperhaftigkeit des Motivs spielen (Abb. 1). Er integriert dekorative Elemente, indem er Schattierungen und das Zusam- menspiel von opaken und transparenten Silhouetten einbringt oder die noch nasse Farbe durch Einritzen plastisch bearbeitet. So wirkt die Fläche im unteren Teil des Gemäldes wie ein geschnitztes Möbel, das Braque in Trompe-l’œil-Manier darstellt. 1 2 © 2022, ProLitteris, Zurich © 2022, ProLitteris, Zurich
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