Koller View 3/22
6 Vorschau auf die Auktion Gemälde des 19. Jahrhunderts vom 23. September 2022 König der Himmel Vorschau auf die Auktion Zeichnungen vom 23. September 2022 Gleich drei der Seestücke von Eugène Louis Boudin (1824–1898) kommen in der September-Auktion zum Aufruf, eine Ansicht von Le Havre (Abb. 1) sowie zwei Szenen aus Trouville, welche die traditionellen Segel- schiffe bei Ebbe zeigen. Die pittoresken Küsten und geschäftigen Häfen der Normandie, Boudins Heimat, sind die immer wiederkehrendenMotive in seinemSchaffen. Seine in locker-bewegtemDuktus plein air aus- geführte Gemälde bringen Wolken und Meer in ein grossartiges Zusammenspiel. Boudin galt nicht zuletzt unter seinen Malerkollegen um Gustave Courbet und Jean-Baptiste Camille Corot als «König der Himmel». Barend Cornelis Koekkoek (1803–1862) entstammte einer holländischen Familie von Malern und Malerin- nen, die über fünf Generationen und während knapp zwei Jahrhunderten die niederländische Kunst mit- prägte. Auf ihn und seine Frau Elise Thérèse geht die Gründung des stilbildenden Zeichen-Collegiums in Kleve und die Etablierung der Klever Romantik zurück. Koekkoeks Talent, Landschaften in dramatisches Licht zu tauchen, begeisterte schon seine Zeitgenossen. Auf dem Gemälde aus der September-Auktion fängt Koekkoek die Atmosphäre vor einem aufziehenden Sturm ein, die vomWind bewegten Bäume zeich- nen sich vor dem Gewitterhimmel ab (Abb. 2). Peder Mørk Mønsted (1859–1941) gilt als Porträtist der Landschaften seiner Heimat Dänemark und Skan- dinaviens. In seiner Studienzeit in Paris begegneten ihm die Werke der Impressionisten, er selbst verschrieb sich naturalistischen Darstellungen. Seine realistisch anmutende Flusslandschaft überzeugt durch die meisterhaft wiedergegebenen Reflexionen auf der Wasseroberfläche (Abb. 3). 1 2 Die 1840er-Jahre verbrachte der Engländer John Frederick Lewis in Kairo. 1864 befand sich der Künstler auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Sein grossformatiges Gemälde «The Hosh», welches das Haus des kopti- schen Patriarchen in Kairo zeigt, wurde in der Royal Academy an einem Ehrenplatz präsentiert. Das in Öl aus- geführte Pendant zu dem von uns angebotenen Aquarell, das einen Bettler in Konstantinopel zeigt, wurde in der gleichen Ausstellung gezeigt (Abb. 4). «John Frederick Lewis' Ruf als Maler des ‹orientalischen› Lebens beruhte auf der technischen Virtuosität seiner Aquarelle. Obwohl der Druck des Marktes eine Umstellung auf Ölmalerei für seine Ausstellungsbilder erforderlich machte, wurde es zu seiner Praxis, zwei fast identische Versionen seiner Kompositionen in den beiden verschiedenen Medien anzufertigen. […] Das Ölbild zu diesem Aquarell verschwand bereits kurz nach seiner Ausstellung aus der Öffentlichkeit und blieb bis heute unauffindbar.» (Briony Llewellyn, Charles Newton) 1 Eugène Louis Boudin (1824–1898). Le Havre, Bassin de la Barre. Öl auf Holz. 31,8 × 40,6 cm. Schätzung: CHF 120 000/160 000 2 Barend Cornelis Koekkoek (1803–1862). Bauer amWald- rand bei aufziehendem Sturm. Öl auf Leinwand. 70,5 × 84,5 cm. Schätzung: CHF 50 000/70 000 3 Peder Mørk Mønsted (1859–1941). Flusslandschaft. Öl auf Leinwand. 70,3 × 101 cm. Schät- zung: CHF 40 000/60 000 4 John Frederick Lewis (1805–1876). A fakeer at the door of amosque - Constaniople 1863. Aquarell über Bleistift auf Papier. 31,7 × 26,5 cm. Schätzung: 40 000/60 000 3 Lewis’ Reise in den Orient 4 FÜR WEITERE INFORMATIONEN ZEICHNUNGEN Franz-Carl Diegelmann diegelmann@kollerauktionen.ch ONLINE-KATALOGE www.kollerauktionen.ch FÜR WEITERE INFORMATIONEN GEMÄLDE DES 19. JH. Karoline Weser weser@kollerauktionen.ch ONLINE-KATALOGE www.kollerauktionen.ch
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