KOLLER VIEW 01/24
6 pre view. 02 1 J an van Kessel d. Ä. (1629–1679). Gegenstücke: Blumensträusse. Öl auf Kupfer. 10 × 8 cm. Schätzung: CHF 80 000/120 000 2 B ureau-Plat. Louis-Philippe, Paris um 1840. Louis-Alexandre Bellangé, zug. 195 × 98 × 82 cm. Schätzung: CHF 60 000/100 000 Decorative Arts Stephan Koller skoller@kollerauktionen.ch 1 Französische Möbelkunst Vorschau auf die Auktionen Decorative Arts und Gemälde Alter Meister vom 21. & 22. März 2024 gut vom dunklen Hintergrund ab (Abb. 1). Auf den Blumen- arrangements van Kessels sind stets Tierchen zu sehen, in unserem Fall sind es kleine Schmetterlinge, ein Käfer, eine Raupe und eine Libelle, die sich auf den beiden reizvollen Blumenbouquets niedergelassen haben. Virtuos gelingt van Kessel auch die Darstellung der mit Wasser gefüllten Glas- vasen, in denen sich ein Fenster spiegelt. Einige herabgefal- lene welke Blätter erinnern den Betrachter daran, dass auch die schönste Blütenpracht vergänglich ist – so wie er selbst. Von opulenter Eleganz und unverkennbar französischer Herkunft ist ein Bureau-Plat aus der Zeit um 1840, zuge- schrieben dem Pariser Kunsttischler und Hoflieferanten Louis-Alexandre Bellangé (Abb. 2). Schon Bellangés Vater Pierre-Antoine war ein bekannter Pariser Ebenist und einer der wichtigsten Möbellieferanten von Kaiser Napoleon Bo- naparte. Louis-Alexandre stattete ab 1835 im Auftrag von Louis-Philippe, der nach Napoleons Abdankung 1814 aus dem sizilianischen Exil in die Hauptstadt zurückgekehrt war, die königlichen Schlösser und Museen mit seinen prunk- vollen Möbeln aus. Bellangé führte die grossen stilistischen Traditionen des 18. Jahrhunderts fort, orientierte sich spä- ter aber auch an Vorbildern der französischen Möbelkunst des 16. und frühen 17. Diese älteren Quellen spielten für den meisterhaft ausgeführten Schreibtisch unserer Auktion eine wichtige Rolle. Die Tischbeine sind, was selten ist, aus massiver vergolde- ter Bronze gearbeitet und zitieren Renaissance-Skulpturen, während das zarte Bronzenetz auf dem roten Schildpattgür- tel unseres Schreibtisches vom Auriculaire-Stil inspiriert ist, der unter Ludwig XIII. in Mode war. Die kunstvolle Melange vonZitaten aus verschiedenen historischenEpochenmacht diesen Schreibtisch nicht nur zu einemäusserst repräsenta- tiven Möbelstück, sondern widerspiegelt auch die Meister- schaft des Ebenistenhandwerks in Frankreich. Jan van Kessel der Ältere – ein Spross der berühmten flämi- schen Malerfamilie Brueghel – erregte Aufsehen mit seinen Blumen- undFrüchtestillleben sowie seinen Insektenbildern. Auf unserem Paar kleinformatiger Gegenstücke heben sich die leuchtenden Farben der einzelnen Blüten besonders 2 Für weitere Informationen Gemälde Alter Meister KarolineWeser weser@kollerauktionen.ch Online-Kataloge www.kollerauktionen.ch
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