KOLLER VIEW 4/23

8 Félix Vallotton Sonnenuntergänge gehören zu Vallottons kühnsten Bildschöpfungen und spielen in seiner Malerei eine herausragende Rolle. Inspiration für diese etwa vierzig Bilder, die zwischen 1910 und 1925 entstanden, war die Landschaft um Honfleur, wo Vallotton seit 1909 regelmäs- sig den Sommer verbrachte. Das vorliegende Gemälde befand sich jahrzehntelang in einer Privatsammlung und war in der berühmten Ausstellung «Die Sonnenuntergänge» 2004 und 2005 in Bern und in Martigny zu sehen. Es ist ein besonders eindrucksvolles Bild aus dieser Werkgruppe. Félix Vallotton (1865– 1925). Coucher de soleil, nuages bleus. 1918. Öl auf Leinwand. 46 × 54 cm. Schätzung: CHF 750 000/1 000 000 Emil Nolde Nolde, der 24-jährig eine Lehre als Gebrauchsgrafiker in St. Gallen begann, pflegte zeitlebens Verbindungen zur Schweiz, die Bergwelt der Alpen beeindruckte den Künstler nachhaltig. Nach dem Tod seiner Frau Ada im Jahr 1948 heiratete der Künstler ein zweites Mal. Die Hochzeitsreise führte ihn ein letztes Mal in die Schweiz. Das vorliegende Aquarell «Bergsee» brachte er auf eben dieser finalen Alpenreise zu Papier. In der von ihm bevorzugten Aquarellmalerei zaubert Nolde hier noch einmal eine farbintensive und wunderbar stimmige Darstellung der Schweizer Berglandschaft. Emil Nolde (1867–1956). Gebirgssee/Bergsee. 1948. Aquarell auf Japanpapier. 26,5 × 45,6 cm. Schätzung: CHF 80 000/120 000 Pablo Picasso Der Spanier teilt die Bewunderung vieler seiner Zeitgenossen für die mit Metaphern und Allegorien gespickte Lyrik des barocken Autors Luis de Góngora y Argote. 1948 illustriert Picasso zwanzig von dessen Gedichten mit Ornamenten, kleinen Zeich- nungen und zwanzig Porträt-Radierungen. Es ist wohl kein Zufall, dass Picasso das hier vorliegende Frauenporträt von 1949 auf die gedruckte Umschlagseite eines dieser «livres artistiques» malt, denn sie ist seinen Künstlerfreunden gewidmet: der französisch-russischen Schriftstellerin Elsa Triolet und deren Ehemann, dem surrea- listischen Dichter Louis Aragon. Pablo Picasso (1881–1973). Portrait Françoise Gilot. 1949. Tusche und Aquarell auf Papier. 38 × 28,5 cm. Schätzung: CHF 180 000/280 000 AUKTIONEN 1. DEZEMBER 2023 SCHWEIZER KUNST Laura Koller lkoller@kollerauktionen.ch IMPRESSIONISMUS & MODERNE Jara Koller jara.koller@kollerauktionen.ch ONLINE-KATALOGE www.kollerauktionen.ch ©Nolde Stiftung Seebüll © Succession Picasso / 2023, ProLitteris, Zurich

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