KOLLER VIEW 4/23
9 © Pechstein Hamburg/Toekendorf / 2023, ProLitteris, Zurich © 2023, ProLitteris, Zurich Alfons Walde Die Liebe zu den verschneiten Tiroler Alpen und zu Kitzbühel wurde Alfons Walde in die Wiege gelegt: Im Tirol geboren, siedelte die Familie schon früh nach Kitz- bühel um. Als passionierter Skifahrer und Bergführer kannte er die Tiroler Landschaft bestens. Bereits in den 1920er-Jahren etablierte sich Walde als renommierter «Bergmaler» und konnte Aufträge von Kunstliebhabern und Sammlern akquirieren. Die Gemälde von Alfons Walde sind nicht nur beeindruckende Darstellungen der Tiroler Alpen, sondern auch tiefgründige Reflexio- nen über die innige Verbindung zwischen Mensch und Natur. Alfons Walde (1891–1958). Skifahrer bei der Alm. 1933. Öl auf Karton. 42 × 59 cm. Schätzung: CHF 250 000/350 000 Giovanni Giacometti Dieses harmonisch komponierte und in die Tiefe gestaffelte Motiv offenbart Giacomettis Meisterschaft, das besondere Licht auf den Höhenzügen und farbenfrohen Blumenwiesen des Bergell einzufangen. Dargestellt ist der Blick auf die in steilen Granithängen bis auf über 3000 Meter aufsteigende Scio- ra-Gruppe mit der Sciora Dafora, dem Ago di Sciora und der Sciora Dadent, deren schneebedeckte Gipfel sich im Bildhintergrund vor dem Himmel ab- zeichnen. Im Besonderen mit seinen Landschaftsbildern malte sich Giovanni Giacometti in den Kreis der führenden Schweizer Künstler seiner Epoche und setze die aus dem Impressionismus, dem Postimpressionismus und dem Fauvismus hervorgegangenen Traditionen mit eigenen, vorwiegend koloris- tischen Neuerungen fort. Zugleich stehen Giovanni Giacomettis Biografie und sein bildkünstlerisches Werk exemplarisch für die einzigartig intensive und lebenslang anhaltende Verbindung seiner erfolgreichen Künstlerfamilie zu ihrem Herkunftsort Stampa und zum ganzen Bergell. Giovanni Giacometti (1868–1933). Berglandschaft. 1931. Öl auf Leinwand. 75,5 × 80 cm. Schätzung: CHF 180 000/280 000 Hermann Max Pechstein Für den Kreis der deutschen Expressionisten umHermannMax Pechstein war die Suche nach dem Naturidyll von eminenter Bedeutung. Ein Schauplatz ih- res Schaffens war bald nach 1900 die Künstlerkolonie Nidden in Pommern, wo Pechstein und andere «Brücke»-Künstler eine fruchtbare Umgebung für ihre Kunst fanden. Pechstein fühlte sich der dortigen Landschaft und ihren Men- schen besonders verbunden. Um 1927 bis 1930 kehrte der Künstler mehr- fach dorthin zurück, um zu malen. In diese Zeit fällt die Entstehung des vor- liegenden Werks, in dem die intensiven, lichtdurchfluteten Gelb-, Beige- und Ockertöne der Dünen in wellenartigen Bewegungen mit dem satten Grün der Gräser und Büsche verschmelzen. Hermann Max Pechstein (1881–1955). Landschaft (Häuser in Dünen). 1927. Öl auf Leinwand. 70,5 × 80,5 cm. Schätzung: CHF 100 000/150 000
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