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Impressionismus & Klassische Moderne
3234* MAURICE DE VLAMINCK(Paris 1876 – 1958 Rueil-la-Gadelière)
Paysage de neige. Um 1910.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert: Vlaminck.
73,4 x 92,7 cm.
Die Authentizität des Werks wurde vom
Wildenstein Institut bestätigt, Paris, 9.
Dezember 2014.
Provenienz: Sammlung Georges Daele-
mans, Brüssel (1950-52 erworben), dort
vom heutigen Besitzer erworben.
Ausstellung: Paris 1959, L'École de
Paris dans les collections belges, Musée
National d'Art Moderne, Juli 1959, Nr. 167
(betitelt "Paysage").
ZumMalen geht Maurice de Vlaminck in
allen Jahreszeiten nach draussen, auch
wenn die klimatischen Bedingungen es
erschweren. In „Portraits avant décès“
schreibt er: „ Manchmal gab es ein Ge-
witter. Die Böe entriss meine Staffelei,
nahm die Leinwand mit und zerstörte sie.
Ich kam bis auf die Knochen durchnässt
nach Hause, meine Leinwand lose, schwer
und klebrig von den Farben. Der Winter
war eine ganz andere Geschichte. Die
eiskalte Kälte betäubte meine Finger. Das
gefrorene Öl in den Tuben machte die
Verwendung der Farben fast unmöglich.“
(Übersetzt von: Vlaminck, Portraits avant
décès, Paris 1943, S. 98.)
Seit 1905, nachdem er sich ein erstes Mal
an das Thema wagt, hat er ein wieder-
kehrendes Interesse für verschneite
Landschaften. Sie sind aber imGesam-
toeuvre Vlamincks wohl gerade wegen
der schwierigen Umstände eher selten
anzutreffen. Schon für die Impressionis-
ten war es ein besonderer Reiz und eine
Herausforderung, das Licht und die Farben
einer verschneiten Landschaft wieder-
zugeben. Denn der Schnee wird nicht
einfach weiss wahrgenommen. Es werden
durch ihn ganz verschiedenartige Farbtöne
wiedergegeben. So sagt auch Vlaminck,
dass es „der Winter ist, der die Natur am
charakterhaftesten zeigt“ (Übersetzt aus:
Vlaminck, Paysage et personnages, Paris ).
In den Jahren um 1910 ist der stärkste Im-
pulsgeber Cézanne, dessen bedeutende
Retrospektive 1907 im Salon d'Automne
Vlaminck sehr beeindruckt und fesselt. Er
ist von der intensiven Pinselführung und
der Wiedergabe des Lichtes bei Cézanne
begeistert und übernimmt dessen Palette
mit akzentuierten Grün- und Blautönen.
Er entwickelt sich weg vom Fauvismus,
dessen Grenzen er ausgelotet hat, hin zu
einer neuen, kubistischen Ausgestaltung
des Raumes.
Das von uns angebotene Gemälde ist ein
sehr schönes und sehr seltenes Beispiel
einer grossen winterlichen Landschaft Vla-
mincks. Es gelingt ihm die kühle Schönheit
mit all ihrer schimmernden, winterlichen
Farbenpracht einzufangen.
CHF 180 000 / 240 000
(€ 160 710 / 214 290)




