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Impressionismus & Klassische Moderne

3258 ERNSTWILHELMNAY

(Berlin 1902 - 1968 Köln)

Das Duett. 1946.

Öl auf Leinwand.

Unten links signiert und datiert: Nay 46.

56 x 79 cm.

Provenienz:

- Galerie Günther Franke, München (1946).

- Privatbesitz Liechtenstein, bei obiger

Galerie erworben, seither in Familien-

besitz.

Ausstellung: München 1946, E. W. Nay, Ga-

lerie Günther Franke, Oktober 1946, Nr. 17.

Literatur: Scheibler, Aurel/Gohr, Siegfried:

Ernst WilhlemNay. Werkverzeichnis der

Ölgemälde, Bd. I 1922-1951, Köln 1990,

Nr. 346, S. 235 (mit Abb.).

Für Ernst WilhelmNay bedeutet das Ende

des Zweiten Weltkrieges nicht die Stunde

Null, sondern die ersehnte Befreiung der

Malerei von den Zwängen, die sie während

der Nazidiktatur erfahren musste.

Die Mitte bis Ende der 40er Jahre ge-

schaffenen so genannten "Hekate-Bilder"

drücken die Tragik und die Ängste des

Vergangenen und die aufkommende

Hoffnung der angebrochenen Nachkriegs-

zeit aus. Der langjährige Freund des

Malers Ernst Gosebruch gibt nach den

Bildern "Tochter der Hekate" I und II der

ganzen Werkgruppe ihre Bezeichnung.

Die Figur der Hekate stammt aus vor-

griechischen Kulten und ist die Göttin des

Todes und des Mondes. Eine Tochter ist

nicht bekannt. Diese Erweiterung hat Nay

wohl geschaffen, um den Umbruch für die

Nachkriegszeit zu symbolisieren.

Auch wenn diesen Werken etwas Figürli-

ches anhaftet, geht es demMaler in erster

Linie um die Gestalt der Farbe selbst, um

eben die Malerei auch hiervon befreit zu

wissen. Für ihn ist Farbe nicht ein Träger,

nicht gesetzt für etwas, sondern Gestalt

an sich.

1946 findet bei der Galerie Franke in der

neu bezogenen Villa Stuck die erste Aus-

stellung Nays in der Nachkriegszeit statt,

wo auch das hier angebotene "Duett"

gezeigt wird.

Zur Eröffnung, zu welcher der Künstler

das erste Mal nach dem Krieg öffentlich

spricht, sagt er:

"Die Dämonen sind durch die Ordnung, die

Bildform, wie sie sich nicht nur als ästhe-

tisches Ereignis, sondern tief gebunden

als Lebensereignis darstellt, gebannt und

überwunden. Ein mildes, aber starkes Feuer

lodert, und die Malerei ist über Klippen und

Abgründe hinweg gerettet. 

Malen, das heisst aus der Farbe das Bild

formen, denn die Farbe ist das Leben der

Malerei, Ausdruck der Ursprünglichkeit, die

wiedergewonnen ist." (Zit aus: Scheibler, Au-

rel: Ernst WilhelmNay. Werkverzeichnis der

Ölgemälde, München 1990, S. 224)

CHF 100 000 / 150 000

(€ 89 000 / 133 900)