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Impressionismus & Klassische Moderne
3259* JOANMIRÓ(Montroig 1893 -1983 Mallorca)
Femme aux 3 cheveux, constellation. 26.
Juli 1976.
Öl auf Leinwand.
Unten rechts signiert: Miró, sowie verso
signiert, betitelt, bezeichnet und mit dem
Nachlasstempel.
27 x 19 cm.
Provenienz: Privatsammlung Spanien, dort
vom heutigen Eigentümer erworben.
Literatur: Dupin, Jacques/Lelong-Mai-
naud, Ariane: Joan Miró, Catalogue Rai-
sonné, Paintings, Bd. VI: 1976-1981, Paris
2004, S. 84, Nr. 1809 (mit Farbabb.).
1976 findet die erste Ausstellung der
Joan Miró Stiftung in Barcelona statt.
Diese zeigt eine grosse Auswahl an Mirós
Werken, die als dauerhafte Leihgabe im
Museum untergebracht werden. Miró
selbst ist stark an der Planung der Ausstel-
lung beteiligt. Trotzdem findet er Zeit und
Energie, sich gleichzeitig der Malerei zu
widmen. Das vorliegende Werk „Femme
aux 3 cheveux, constellation“ stammt aus
dem Juli dieses Jahres und zeigt die kühne
Ästhetik, welche die Gemälde in diesem
festlichen Augenblick seiner Karriere
beherrscht. Früher auf eher grossformati-
ge Flächen ausgerichtet, konzentriert sich
Miró ab Mitte der 70 er Jahre fast aus-
schliesslich auf mittel-und kleinformatige
Leinwände. Die späteren Arbeiten sind vor
allem auch gekennzeichnet durch seine
Farbgebung. Das charakteristische Merk-
mal ist die ausgeprägte Verwendung von
schwarz, während die Farben rot, blau, gelb
und grün imVerhältnis nur kleine Flächen
der Leinwand bedecken.
Gleichzeitig sind gewisse Sequenzen der
60er und 70er Jahre eineWiederaufnahme
seiner Malerei der 1925 und 30 er Jahre, in
der er sichmit demSurrealismus befasst
und sein Interesse an der Symbolsprache
entdeckt, die sich schliesslich durch sein
gesamtes künstlerischen Schaffen ziehen
wird. Miro befindet sich in den 30er Jahren in
einer Krise zwischen Fantasie und Imagina-
tion auf der einen Seite und der sichtbaren
Gegebenheit auf der anderen Seite. Er sucht
in den Folgejahren stetig nach der Balance
zwischen Figuration undAbstraktion, und
auchwenn er stets seiner symbolischen
Formensprache treu bleibt, tritt das figürlich
erkennbare immermehr in denHintergrund.
Das zur Auktion angebotene Gemälde ist
imZuge einer Werkserie entstanden, in
der Miró das gleiche Motiv mit dem immer
selben Titel in verschiedenen Variationen
malt. Das dominante Schwarz und der
kleine aber wirkungsvolle blaue Farbtupfer,
ebenso wie der figürlich geprägte Titel
und die abstrakte Ausführung davon, fü-
gen sich in die Zeit seiner Entstehung ein.
Der stille Humor, der Mirós Kunst beglei-
tet, ist auch bei dem vorliegenden Werk
präsent. Das kleine Gesicht in der unteren
linken Ecke und die „3 cheveux“ zaubern
dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht
und erinnern uns daran, weswegen man
den Künstler Miró einfach mögen muss.
CHF 200 000 / 250 000
(€ 178 570 / 223 210)




