Koller Waffen und Rüstungen Sammlung Dr. Marolf Sigrist, Luzern AUKTION Donnerstag, 24. September 2020, 17.00 Uhr

1431 SÄBEL Schweizerisch, um 1640/50. Eisengefäss, terzseitig mit einfachem graviertem Punkte- und Strichdekor, Löwenkopfknauf mit grossem Kordelloch, flacher Griffbügel mündet in Parierstange, Daumenbügel, der im Knauf verschraubte Seitenbügel dient als Fassung für das seitlich hochgezogene Stichblatt. Stichblatt, zweiteilig, gefasste Eisenbleche mit Punktdurchbrechungen. Spiralig gerillter Griff. Messingdrahtwicklung. Rückenklinge, Rücken- hohlschliffe, Ätzdekor: lateinische Devisen, Köpfe etwas verwischt. Rückenklinge L 86,4 cm, L 103,5 cm. Proveniez: Slg. M. Sigrist, Luzern. Seitz bezeichnet diese Waffe in seinem Standardwerk "Blankwaffen II", S.168/170, Abb.180 diesen Säbeltyp als "Haudegen". Seltene Waffe aus der Zeit des 1. Villmerger- kriegs 1656. CHF 1 500 / 1 800 (€ 1 390 / 1 670) 1432 HALBARTE Schweizerisch, letztes Drittel 17. Jh. Sog. "Sem- pacher Halbarte", bernisch-neuenburgische Version. Klingenförmige Spitze, rhombischer Querschnitt, gegen den Ort vierkantig verstärkt, hohes schmales trapezförmiges Blatt mit konvexer Schneide, Blattober- und Unterkante bogenför- mig. Flacher und zugespitzer Schnabelhaken. Vierkantiger Parierdorn, ein Dorn fehlt. Zwei lange Schaftfedern. Achtkantschaft. L 206 cm. Provenienz: Slg. M. Sigrist, Luzern. Seltener Sempacherhalbartentyp. Literatur: - Wegeli, Stangenwaffen, Hist.Museum Bern, 1939, S. 61/62, Nrn.1420-1430, Tafel IX. Hal- barte ins 15./16.Jh. datiert. - Jürg A.Meier, Halbarte oder Bajonett, zur Vorgeschichte des bernischen Sieges in der 2.Schlacht bei Villmergen, in: Waffen- und Kos- tümkunde, 2005 Heft 1, S.43-47. CHF 1 400 / 2 200 (€ 1 300 / 2 040) 1433 HALBARTE Schweizerisch, Ende 17.Jh., Offizier, Bern, Waadt, Berner Aargau. Klingenförmige Spitze, rhombischer Querschnitt, gewellte Schneiden, langer an der Basis vierecki- ger dann gerundeter Ansatz aus dekorierten Elementen. Halbmondförmiges , durchbrochen gearbeitetes Blatt, symmetrisch angelegter Bänderdekor, Blattrücken zweifach bogenförmig eingeschnitten, konvexe Schneide. Schnabelha- ken durchbrochen mit Rückenhaken. Vierkantpa- rierdornen. Zwei Schaftfedern und Schaftbänder. Originaler Achtkantschaft, Stelldorn. L 223 cm. Provenienz: Slg. M. Sigrist, Luzerun. Seltene, vorzüglich verarbeitete Waffe in sehr gu- temZustand. Das Berner Zeughaus besass 1687 235 „Officierer Halbarten“. Diese von einemOffi- zier in Auftrag gegebene Halbarte unterscheidet sich von der einfachen ordonnanzmässigen Version durch die durchbrochene Arbeit. Lokale Waffenschmiedearbeit. Vgl. Wegeli, Stangenwaf- fen, bernisches Historisches Museum 1939, S. 95, Nrn. 1542-1543. CHF 1 200 / 1 600 (€ 1 110 / 1 480) | 210 Decorative Arts | Waffen und Rüstungen, Sammlung Sigrist

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