BÜCHER & AUTOGRAPHEN 25. MÄRZ 2026

4251* Schiele, Egon, Maler (1890-1918). Eigenh. Brief mit Unterschrift "Egon Schiele". Triest, 14. Mai 1921. Gross-8°. 3 1/2 S. - Auf Briefpapier des Excelsior Palace-Hotels. An seinen Schwager, den Wiener Maler Anton Peschka: "Lieber A. P.! Also bin ich wieder in dem besten Café dieses Hotels; hier gibt es nur internationales Publikum, sehr interessant; das Ganze ist großzügig eingerichtet. – Draußen ist das blaue Meer, graue, rosa, violette und grüne staubige Steine, eine Elektrische mit großen wallenden Vorhängen und darinnen sitzen farbige Leute. – Gestern habe ich im Fischerboot-Hafen einige Fischerboote gezeichnet und auch draußen gemalt; es ist eigentümlich, wie man mit dem Gemisch auf der Palette die edelsten Farbtöne her- vorbringen kann. [...] Ich möchte gerne einige Italiener zeichnen, die kauern, – ich fürchte aber, wenn sie davon wissen, so werden sie eine unechte Haltung nehmen. – Am Freitag, nicht wahr, bin ich fort? – Der Semmering gefällt mir nicht, es schaut dort kitschig aus. Die Berge sind eben klein und rissig und schroff, und die Bahn und Straße ist spielerisch ange- klebt an manchen Stellen, kurz die Landschaft sieht aus, wie von einem Papiermodellierbogen ausgeschnitten und aufgepickt. Die Berge sind so, wie man die Meiereien zu kaufen bekommt, größer sind dagegen die Höhen herum, aber der Kern ist kleinlich, außer- dem diese vielen romantisch-kitschig-steilen, neuen Almhütten und modernen Villen und Hotels. Ganz unorganisch. [...]." CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 720 / 4 350) 4252* Verne, Jules, Schriftsteller (1828-1905). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Paris, 14. November 1869. 8. 2/3 S. auf einem Doppelblatt (etwas stockfleckig, angestaubt und knitterig). Humorvoller Brief an einen amerikanischen Schriftsteller an- lässlich einer versäumten Begegnung in Paris. Stattdessen stellt Verne sich mit dem 1869 erschienen Roman „Autour de la Lune“ (Reise um den Mond) vor: „A l’un de vos derniers voyages à Paris, d’Ocague qui est mon ami et qui s’honore d’etre le votre, devait me présenter à vous. Cette céremonie n’ayant pu s’accomplir par suite de votre depart, je viens me présenter tout bonnement moi- meme sous la forme in-18 d’un volume. Rien ne vous oblige à le lire, ce volume, à moins que vos affaires ne vous appellent chez les Selenites. Mais que vous lisiez ou non, monsieur, je vous prie de l’accepter en temoignage de ma vive sympathie pour vos oeuvres, et croyez-moi, comme disent les Americains du Nord […]“. - Provenienz: Europäische Privatsamm- lung. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 090 / 1 630) 4251 4252 127

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