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10 Vorschau auf die Auktion Möbel, Porzellan und Dekoration vom 25. März 2021 Preussische Grandezza Zwei herrschaftliche Kommoden aus der März-Auk­ tion (Abb. 1) zierten einst Schloss Trebschen im heu­ tigen Polen, wie Inventar-Stempel auf den Schub­ ladeninnenseiten belegen. Die dort versammelten Kunstschätze, Möbel und Einrichtungsgegenstände kamen im Jahr 1928 in Berlin unter den Auktionsham­ mer. Auf den Adelssitz kamen sie mit grosser Wahr­ scheinlichkeit durch Graf Heinrich IX. Reuss zu Köste­ riz, der königlich preussischer Oberhofmarschall und Staatsminister in Diensten des preussischen Königs Friedrich II. war. Unbestritten ist der Ebenist Johann Friedrich Spindler als Schöpfer der Gegenstücke überliefert. Er und sein Stiefbruder Heinrich Wilhelm Spindler stammten aus Bayreuth und folgten 1765 dem Ruf des Königs nach Potsdam, der sie mit zahl­ reichen Arbeiten für das dortige Neue Palais betraute. Die Blumenmarketerie in Nussbaum, Zwetschgen­ holz, Weissbuche und Ahorn zeigt pastorale Szenen mit Schloss sowie phantasievolle Brunnenarchitek­ turen, die nach Stichvorlagen von Nicolas Berchem und Francois Cuvilliés aus dem «Livre de Cartouches à divers usages» von 1738 gestaltet sind. Stilistisch vergleichbare, jedoch in anderen Hölzern gearbeitete Kommodenpaare aus Spindlers Manufaktur befinden sich im Potsdamer Neuen Palais und im niederländi­ schen Museum Huis Doorn. All diese hergestellten Möbel sind wichtige Repräsentanten des naturalisti­ schen Rokoko, das unter Friedrich dem Grossen so­ wohl in der Architektur, der bildenden Kunst wie auch in den Interieurs zur Blüte gelangte. Ebenfalls namhafte Vorbesitzer hat die Schwanen­ pendule «à cercles tournants» (Abb. 3). Die Provenienz kann bis auf die Sammlung des französischen Politi­ kers François-Marie Taillepied zurückgeführt werden. Wie Taillepied in Besitz der Schwanenpendule kam, bleibt jedoch eine offene Frage. Vermutlich wurde der erste Verkauf dieser Schwanenpendule durch den 1 P aar bedeutende intarsierte Kommoden aus der Werkstatt der Gebrüder Spindler. Rokoko, Potsdam um 1760/65. 134 × 66 × 82,5 cm. Schätzung: CHF 150 000/250 000 2 B edeutender Zylinderkrug. Meissen, um 1723/24. Johann Gregorius Höroldt zugeschrieben. H 19 cm. Sammlung Ducret. Schätzung: CHF 18 000/22 000 3 P endule aux Cygnes à Cercles Tournants. Louis XVI, Paris um 1780. H 52 cm. Schätzung: CHF 100 000/150 000 FÜR WEITERE INFORMATIONEN MÖBEL & DEKORATION Stephan Koller skoller@kollerauktionen.ch ONLINE-KATALOGE www.kollerauktionen.ch Marchand-Mercier Dominique Daguerre abgewickelt. Der in der Rue du Faubourg Saint-Honoré ansässige Nachfolger von Simon-Philippe Poirier belieferte über sein Geschäft die Pariser Obrigkeit mit Luxusartikeln. Möglicherweise ging sie danach durch Erbfolge in Tail­ lepieds Besitz über. 1 2 3

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